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Der Saisonrückblick des Meistertrainers - Teil 1

Die Amas durften bereits über den zweiten Titel in Folge jubeln und spielen künftig wieder in der Regionalliga Ost.

Vor rund einer Woche ging die Burgenlandliga-Saison 2017/18 zu Ende und da verteidigten die SV BauWelt Koch Mattersburg Amateure ihren Titel aus dem Vorjahr. Erfolgstrainer Markus Schmidt nahm sich mit etwas Abstand noch einmal ausführlich Zeit, die letzten Wochen und Monate Revue passieren zu lassen, schließlich geht es ja schon in einer Woche mit der Vorbereitung für die kommende Saison los.

Im ersten Teil thematisiert der Coach dabei die Unterschiede zur Vorsaison, die erreichten Ziele, den turbulenten Saisonabschluss, die Säulen der Mannschaft, einen entscheidenden Trumpf sowie die Warnschüsse vor den Bug.


Müsste der Trainer seinem Team eine Schulnote für die heurige Meistersaison verpassen, gibt es da noch eine Alternative zum Sehr Gut?

„Ich denke, wenn du so souverän den Titel erreichst, dann haben sich die Jungs auch den Einser verdient und sind zu Recht in die nächsthöhere Klasse, die Regionalliga Ost, aufgestiegen.“

Es war die erfolgreiche Titelverteidigung, gab es eigentlich einen Unterschied zur Vorsaison?

„Der ganz große Unterschied zum Vorjahr war, dass wir über die gesamte Saison hinweg eigentlich keine Verstärkungen von den Profis hatten. Im Herbst nur vereinzelt und im Frühjahr, bis auf Markus Böcskör einige Male, gar nicht. Da muss man dann auch ganz klar anerkennen, dass die Jungs ihre Chancen in dieser Liga zu spielen, auch genutzt haben. Sie konnten sich individuell, aber auch als gesamtes Team weiterentwickeln und das ist auch eine zentrale Aufgabe einer Amateurmannschaft.

Das haben wir über die gesamte Saison hinweg geschafft, es gab im Frühjahr einige Spiele, wo die Mannschaft sehr reif gewirkt hatte. Da gab es Begegnungen, in denen wir einen Vorsprung über die Zeit bringen mussten, da sind wir nicht blind nach vorne gelaufen, sondern ließen den Ball in den eigenen Reihen laufen, um wieder verschnaufen zu können, sprich wir konnten das Geschehen auch in diesen Phasen diktieren.“

Herbstmeister, Hallenmasters-Sieger, bestes Frühjahrs-, Heim- und auch Auswärtsteam. Wurden alle Ziele erreicht?

„Wenn man auf alle Statistiken blickt und bei fast jeder Tabelle auf Platz 1 rangiert, den Fair Play-Bewerb ausgenommen, dann zeichnet das unsere Saison schon auf eine gewisse Art und Weise aus und darauf können wir durchaus stolz sein.“

Zum Saisonabschluss gab es ein sehr turbulentes Spiel in Bad Sauerbrunn, das mit 3:5 verloren ging, ärgert das schon ein wenig?

„Jede der vier Niederlagen in dieser Saison war ärgerlich für mich und gerade so ein letztes Spiel nimmst du noch in die neue Spielzeit mit bzw. bleibt irgendwie länger in Erinnerung. Auf dieses Spiel wird dann sicherlich noch zu Beginn der Vorbereitungsphase eingegangen. Trotzdem finde ich es auch eine wertvolle Erfahrung, denn es zeigt, dass jene Souveränität in dieser Saison nicht selbstverständlich war, sondern hart erarbeitet.

Wir haben nicht umsonst bei jedem Spiel betont, von Beginn weg konzentriert ans Werk zu gehen und das dann auch umgesetzt. Es ist keine Phrase, dass zunächst die Tugenden wie Zweikampfstärke, Laufbereitschaft, Wille und Einsatz sehr wichtig sind, das ist schlicht weg die Realität. Aber genau das haben wir bei diesem abschließenden Ligaspiel in Bad Sauerbrunn nicht geschafft.

Dass dies gleich mit drei Gegentreffern innerhalb von etwa einer Viertelstunde bestraft wurde, ist dann besonders bitter. Da waren auch zwei gravierende Fehler von unserem Schlussmann dabei, doch umgekehrt konnten wir im ersten Durchgang unsere Möglichkeiten, die sich uns boten, nicht nutzen. Zweite Halbzeit hat man dann gesehen, wenn wir alles geben, auch auf diesem engen Platz, dann können wir Chancen kreieren und das sogar, wenn der Gegner mit acht bis neun Mann um den 16er massivst verteidigt.

Der vierte Gegentreffer war dann wieder ein Fehler im Spielaufbau unsererseits. Dann noch einmal auf ein 3:4 herankommen, wo das 4:4 in der Luft lag, war eine tolle Leistung, doch das 3:5 passte an diesem Tag einfach ins Bild. Trotzdem hat man in diesem Spiel gesehen, wenn auch nur phasenweise, dass wir die beste Mannschaft in dieser Liga sind.“

Gibt es aus Sicht des Trainers auch einen Spieler der Saison oder zählt einzig der Erfolg des gesamten Teams?

„Du kannst nur als Team so erfolgreich sein, wie wir es im Endeffekt waren. Es gibt immer wieder vereinzelte Spieler, die man über das Kollektiv stellen kann, die haben wir allerdings in allen Linien gehabt. Hinten hatten wir mit Raphael Behounek einen Mann, der zwar erst im Sommer zu uns gestoßen ist, doch gleich auf Anhieb zum Abwehrchef aufstieg und unser Spiel aufbaute.

Generell stabilisierten wir uns als gesamte Truppe im Defensivverhalten, machten da im Vergleich zum Vorjahr einen Entwicklungsschritt nach vorne, schade ist nur, dass eben im letzten Spiel noch diese fünf Gegentreffer hinzu kamen. In der Mitte hatten wir mit Kapitän Peter Hawlik einen absoluten Leader, einen echten Führungsspieler, der dem Rest der Mannschaft jene Tugenden in jedem Spiel, aber auch in den einzelnen Trainingseinheiten, vorlebt und ein ganz wichtiger Faktor in unserem Spiel ist.

Vorne hatten wir noch mit Christoph Halper einen überragenden Kreativspieler, der in dieser Liga sicherlich das Maß der Dinge auf dieser Position war. Ich erhoffe mir, dass er mit der neuen Aufgabe Regionalliga Ost einen weiteren Entwicklungsschritt macht und auch dort in unserem Spiel den Takt angeben wird. Über Barnabas Varga brauchen wir grundsätzlich nicht viel diskutieren, seine 28 Tore in 26 Einsätzen sprechen für sich. Er hat alles, was du dir von einem Stürmer erwartest, Kleinigkeiten gäbe es bei ihm noch zu entwickeln, dass es auch auf weit höherem Niveau klappen kann.“

Was auf jeden Fall in dieser Saison auffiel, war die eben schon angesprochene defensive Stabilität. Im Vorjahr gab es noch drei Mannschaften mit weniger Gegentreffern, heuer seid ihr die klare Nummer 1, ein wichtiger Indikator für den Meistertitel?

„Ich finde, dass die Mannschaft unsere Spielweise in der abgelaufenen Saison einfach noch besser auf den Platz gebracht hat. Beim ständigen aktiven Attackieren, unsere Defensivarbeit beginnt ja schon weit in der gegnerischen Spielhälfte, haben wir einen wesentlichen Schritt nach vorne gemacht. Die Spieler sind auch da gereift, können jetzt viel besser abschätzen, wann und wo es Sinn macht zu attackieren und das kann in einem Spiel ausschlaggebend sein.“

Waren die beiden Niederlagen gegen Neuberg und Pinkafeld vielleicht sogar wichtige Schüsse vor den Bug genau zur richtigen Zeit?

„Neuberg auf jeden Fall, das war aber auch eine spezielle Situation. Durch die abgesagten Runden hat die Vorbereitung sehr lange gedauert und auch bei den eingeschobenen Tests hat man ab der Halbzeit gemerkt, dass wir nicht mehr so konzentriert und fokussiert im Spiel waren. Das hat sich dann ein wenig auf das erste Spiel gegen den SV Neuberg übertragen, wobei man auch dem Gegner gratulieren musste, da sie eine Top-Leistung an diesem Tag ablieferten, defensiv nichts anbrennen ließen. Sie konnten unser Tempo, unsere Zielstrebigkeit nach vorne herausnehmen und verdient gewinnen. Dies geschah in gewisser Weise zum richtigen Zeitpunkt, da wir erkannten, dass wir nicht nachlassen dürfen. Nach Pinkafeld reisten wir mit einem richtigen Lauf an und dort bekamen wir wieder eine gewisse Rechung präsentiert, denn wenn ein, zwei Spieler bei uns auslassen, sprich nicht unser Spiel mittragen, dann können wir Probleme bekommen.

Da müssen vor allem jene Spieler, denen das vielleicht häufiger passiert, eben daraus lernen. Ich aus meiner Sicht kann es nur immer wieder ansprechen, wenn sie es verstehen, und ich denke, das hat ganz gut funktioniert, dann werden wir es im nächsten Spiel wieder besser machen können.“

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