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Unternehmen Titelverteidigung startet in Horitschon

In der Rolle des Gejagten: Stephan Schimandl und Kollegen

Nachdem die Profis schon eine Cup- und zwei Meisterschaftsrunden absolviert haben, endete nun auch die Vorbereitungsphase der SV BauWelt Koch Mattersburg Amateure. Am Samstag (17.30 Uhr) wartet das erste Ligaspiel in der neuen Saison der BVZ-Burgenlandliga. Da trifft gleich zum Auftakt mit dem ASK Horitschon ein schwer einzuschätzendes Team auf die Amas.

Trainer Markus Schmidt nahm sich vor dem ersten Pflichtspiel aber noch einmal ausführlich Zeit, um die abgelaufenen vier Wochen der Vorbereitung zu analysieren und einen Ausblick auf den anstehenden Saisonstart zu geben.


Markus Schmidt, wie verlief die Sommervorbereitung der SV BauWelt Koch Mattersburg Amateure?

"Ich finde wir haben alles untergebracht, was wir uns vorgenommen hatten mit den Burschen zu trainieren. Das betrifft natürlich alle Aspekte des Spiels, nämlich den körperlichen, taktischen und auch technischen Bereich. Wir konnten in der kurzen Zeit alles reinpacken und ich bin, mit Ausnahme einiger Kleinigkeiten, eigentlich sehr zufrieden, auch die Tests waren großteils in Ordnung."

Apropos Tests, da gab es gleich zum Auftakt einen ordentlichen 1:6-Dämpfer gegen Regionalligist SV Lafnitz, wie wurde dieser vom Trainer wahrgenommen?

"Da war ich zum Glück noch ein paar Tage mit meiner Familie im Urlaub, wurde aber natürlich darüber informiert und war schon ein wenig geschockt als ich von der deutlichen Niederlage hörte. Es waren ja bereits alle neuen Spieler da und wir bekamen sicherlich solche Typen dazu, die uns für die kommenden Aufgaben weiterhelfen werden, zwei davon bringen sogar Regionalliga-Erfahrung mit, von da her war ich schon überrascht.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir zu diesem Zeitpunkt erst zwei Tage im Trainingsbetrieb standen und die Lafnitzer bereits auf ihren Cup-Auftritt fokussiert waren, da gab es schon größere Unterschiede vom Trainingsumfang, doch das war schnell abgehakt und der Blick nach vorne gerichtet."

Ansonsten aber verliefen die Spiele gut, gab es vorwiegend Siege gegen teilweise sehr starke Mannschaften. Ist man da besonders zufrieden?

"Das kann man auf alle Fälle sagen, da waren mit Ostbahn XI bzw. dem Kremser SC zwei Siege gegen gute Landesligisten aus anderen Bundesländern dabei und vor allem ein toller Auftritt beim VSE Soproni, einem ungarischen Zweitligisten. Da hat man gleich gesehen, dass diese 6er-Klatsche keine all zu große Rolle spielte, waren alle bis zum Ende der Vorbereitung mit der nötigen Konzentration sowie Leidenschaft am Werk und setzten genau das um, was wir von ihnen verlangten."

Im Kader gab es wieder einige Veränderungen, kann man von einem kleinen Umbruch sprechen?

"Auf der einen Seite haben uns einige, für unsere Mannschaft routiniertere, Spieler verlassen, das konnten wir, wie schon gesagt, auch mit zwei Ostliga-erfahrenen Kickern auffangen. Mit Peter Hawlik haben wir aber einen echten, routinierten Leader dazubekommen, den wir zuvor nicht hatten und der uns im alltäglichen Trainingsbetrieb schon extrem weiterhilft. Alle Neuen sind gut integriert worden und das Team ist wieder bereit miteinander ein großes Ziel zu erreichen.“

Das heißt also im Umkehrschluss, dass die Mannschaft ist nicht viel jünger geworden ist bzw. an Routine verloren hat?

"Ich bin der Meinung, dass man bei einem 20-jährigen Spieler nicht unbedingt mehr von einem Talent sprechen kann, da heißt es sich vielmehr im Männerfußball zu beweisen und behaupten. Natürlich haben wir auch den einen oder anderen jungen Spieler aus der U18-Mannschaft der Akademie zu uns hochgezogen und auch die haben in der Vorbereitung einen tollen Job gemacht, sich gut integriert und sofort gezeigt, dass sie spielen wollen. Einige davon sind schon sehr nahe dran und es wäre keine Überraschung, wenn sie bereits am Samstag im Kader bzw. sogar in der Startformation stehen werden."

Im Vorjahr gab es vor allem auf den Außenverteidiger-Positionen immer wieder Personalmangel, seid ihr nun breiter aufgestellt?

"Ich musste manchmal sogar mit einer Dreierkette agieren, da ich aufgrund von Ausfällen keine passenden defensiven Außenbahnspieler hatte. Das ist nun nicht mehr der Fall, wir sind nun flexibler, auf den im Vorjahr problematischen Positionen doppelt oder sogar dreifach besetzt. Das fördert natürlich den Konkurrenzkampf innerhalb der Truppe und wir können auch im Trainingsbetrieb von jedem Einzelnen Spieler 100%-ige Konzentration sowie Leistungsbereitschaft fordern."

Sie gehen nun in ihre zweite Saison als Trainer der SVM Amateure, wo steht Ihre Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr bzw. ist eine Entwicklung spürbar?

"Die Spieler, die dieses letzte Jahr schon bei uns waren haben sicherlich einen Schritt nach vorne gemacht, dazu kommen nun Regionalliga- erfahrene Akteure sowie zahlreiche junge Talente aus der Akademie, die einen guten Einstand gaben. Von daher sehe ich uns auf einem sehr guten Weg.

Im Grunde ist mir diese Veränderung schon in der zweiten Vorbereitungswoche aufgefallen, da sah ich im Training einen Kader, der sicherlich weiter war als zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr. Ich traue mir sogar zu sagen, dass wir in die Saison gehen und um den Meister spielen werden, das hätte ich mir im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sagen getraut, vielleicht auch aufgrund der Tatsache, dass ich selbst noch frisch als Trainer im Geschäft war, doch ich merke schon eine gute Weiterentwicklung. "

Man hört hier schon deutlich heraus, das die Amas als amtierender Meister mit dem klaren Ziel Titelverteidigung in die Saison gehen?

"Das kann und darf nur unser Ziel sein, wir haben auf alle Fälle die Qualität und auch den Willen dazu, dies zu schaffen und dann auch direkt in die Regionalliga aufzusteigen, was auch in unserem Fall, aufgrund der Ligareform, heuer möglich sein wird."

Zum Auftakt geht es heuer ins Mittelburgenland zum ASK Horitschon, das war im Frühjahr eine enge Partie, die scheinbar sicher gewonnen und am Ende dennoch spannend war. Wie präsent sind die Erinnerungen an dieses Spiel?

"Ja dort führten wir Mitte der zweiten Spielhälfte schon mit einem nach außen hin beruhigenden 2:0-Vorsprung und hätten durchaus den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können. Doch dann ist es halt so gekommen, wie es im Fußball eben manchmal ist. Du bist nicht mehr so aufmerksam, wie zuvor, ruhst dich ein wenig auf der scheinbar klaren Führung aus und gehst es in Folge lockerer an.

Ein Gegentreffer, wie eben damals aus einer Standardsituation, kann das ganze Spiel dann jedoch kippen. Denn der Gegner kommt noch einmal auf, bekommt die berühmte zweite Luft und du selbst hast es extrem schwer, wieder zuzulegen. Das kann dann durchaus auch böse ausgehen, doch wir haben den 2:1-Sieg, trotz aberkanntem Treffer, mit Moral und Kampfgeist über die Runden gebracht"

Kann man daher Horitschon als ersten echten Gradmesser bezeichnen oder ist es dafür vielleicht noch zu früh?

"Horitschon ist für mich nur ganz schwer einzuschätzen, sie haben nicht viele Veränderungen im Kader, gehen beinahe mit den selben Spielern in die Saison. Im Herbst waren sie noch in der Jägerposition mit Tuchfühlung auf die Spitze, waren die Überraschungsmannschaft. Von daher kann man ihnen eine ähnliche Rolle auch in dieser Saison zutrauen, aber genauere Prognosen sind im Moment schwierig."

Worauf wird es dann im Speziellen ankommen?

„Wichtig wird sein, dass wir unser Gesicht zeigen, mit unseren Tugenden wie Leidenschaft bzw. Siegeswillen in die Partien hineingehen werden. Das habe ich auch letzte Saison immer wieder gesagt, bringen wir diese auf den Platz, sind wir nur ganz schwer zu biegen und werden oftmals als Sieger vom Platz gehen.“

Das heißt also, dass es immer mehr auf den mentalen Aspekt im Fußball ankommt?

„Davon bin ich überzeugt, du musst nicht immer guten Fußball spielen, um erfolgreich zu sein. Was es aber braucht ist Leidenschaft, Zweikämpfe zu suchen bzw. diese auch anzunehmen, sowie eine hohe Laufbereitschaft. Hast du dies geschafft, dann ist schon sehr viel getan, um Siege einzufahren. Natürlich brauchst du das nötige Glück und auch Können, um Chancen zu kreieren, aber ebenso jene Entschlossenheit, um diese nutzen zu können.

Ich glaube, das haben wir im letzten Spieljahr oftmals bewiesen und wollen es auch in dieser Saison tun. Aber man konnte auch ganz klar erkennen, wenn diese Faktoren nicht vorhanden sind wird es extrem schwierig am Ende des Tages erfolgreich zu sein.“

Danke für das Interview und alles Gute für die kommenden Aufgaben!




ASK Horitschon - SV Bauwelt Koch Mattersburg Amateure
1. Runde der BVZ-Burgenlandliga
Samstag, 05.08.2017, 17.30 Uhr – Sportplatz Horitschon
Ref: Kemal Kazanci; Ass.: Michael Lidy, Slavisa Stojanovic


(03.08.2017)zurück >