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Rückblick mit gemischten Gefühlen


Nach dem souveränen Meistertitel in der BVZ Burgenlandliga mussten die SV BauWelt Koch Mattersburg Amateure aufgrund der Regionalliga Ost-Regeln in eine Relegation um den Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse gehen und duellierten sich dort mit den SKN Juniors, doch trotz guter Ausgangslage nach dem Hinspiel-Sieg gab es am Ende hängende Köpfe ob des verpassten Aufstiegs.

Amateure-Trainer Markus Schmidt nahm sich mit ein wenig Abstand dennoch Zeit, die Ereignisse der letzten zwölf Monate zu analysieren.

Herr Schmidt, mit welchem Gefühl kann man die wohl turbulente Saison der SVM Amateure beschreiben?

„Auch mit etwas Abstand herrscht in mir immer noch ein sehr gemischtes Gefühl, wenn ich auf die vergangene Saison zurückblicke, wobei im Endeffekt sicherlich noch die Enttäuschung über den Ausgang im letzten Spiel überwiegt.“

Da setzte es ja bekanntlich eine 0:3-Heimniederlage gegen die SKN Juniors, was den Verbleib in der Burgenlandliga für die SVM Amateure bedeutet. Hat dieses eine Spiel eine ganze Saison ausgelöscht?

„Es fühlt sich im Moment zwar so an und ich muss mir auch den Vorwurf gefallen lassen, dass wir nach dem Hinspielerfolg einfach destruktiver agieren und mehr auf abwarten spielen hätten sollen. Das kann ich aber nur teilweise nachvollziehen, denn unser 4-1-4-1-System war meiner Meinung nach schon eher defensiv ausgerichtet und außerdem zeichnet unsere Spielanlage ein offensiver Matchplan aus, so wollten wir auch in die Relegationsspiele gehen.“

Diese Ausrichtung war auch bis zum finalen Saisonspiel keine falsche, denn die Amas legten ein tolles Jahr hin und das mit einer stark verjüngten Mannschaft.

„Wir hatten im letzten Sommer eine erhebliche Verjüngung unseres Teams vorgenommen und dennoch von Beginn weg das klare Ziel, nämlich den Aufstieg in die Regionalliga Ost, definiert. Erst danach teilten wir uns die Saison in gewisse Etappen ein, wobei hier alle Zwischenziele auf dem Weg zu Relegation erreicht wurden.“

Das war aber sicherlich auch mit einem gewissen Druck verbunden.

„Im Fußball gibt es immer Druck, wenn er nicht schon von außen an dich herangetragen wurde, dann machst du ihn dir selbst. Wir wussten auch schon im Vorhinein, dass wir unser Ziel Aufstieg nur dann realisieren können, wenn wir zuvor Meister in der BVZ Burgenlandliga werden. Wir wussten aus der Vorsaison, dass dies nicht leicht zu realisieren ist, dennoch sind die Jungs mit diesem Druck gut umgegangen, schließlich galten wir als der große Favorit, der vermutlich qualitativ und auch quantitativ am besten aufgestellt ist.“

Ist nicht schon alleine da eine gewisse Entwicklung zu sehen, denn in der angesprochenen Vorsaison gab es im Saisonendspurt eine gewisse Schwächephase, die heuer vielleicht schon früher da war?

„Sicherlich hatten wir auch in dieser Saison unsere Hänger, sowohl im Herbst als auch im Frühjahr, wo wir etwa ab dem Gastspiel in Neuberg aus drei Spielen nur einen Punkt holen konnten und Rückschläge hinnehmen mussten, doch wir konnten diese mit vielen Gesprächen hinter uns lassen und ich denke wir haben aus dem Herbst bzw. auch Frühjahr im Endeffekt das Beste herausgeholt.

In punkto Entwicklung kann ich auch nur sagen, dass etliche Spieler, vor allem im Herbst, einen enormen Schritt nach vorne gemacht haben. Aufgrund der Verjüngung waren viele nur Spiele im Akademie-Bereich gewöhnt, nun kamen sie in den Männer-Fußball, wo du dich oftmals gegen doppelt so alte Gegenspieler durchsetzen musst. Das Tempo, die Zweikämpfe und auch das Umschaltspiel ist viel intensiver, doch die meisten haben sich rasch umgestellt und sich dem gesteigerten Niveau angepasst.“

Im Frühjahr kamen bei euch dann häufiger Kaderspieler der Profis zum Einsatz, hat sich dadurch für euch etwas verändert?

„Wir sind ein Amateur-Team und haben in erster Linie das Ziel junge Spieler weiterzuentwickeln und an den Profi-Fußball heranzuführen, doch wir haben noch eine weitere wichtige Aufgabe, nämlich Spielern mit wenig Einsatzzeit die nötige Spielpraxis zu geben. Dies war im Frühjahr natürlich öfters der Fall, was vermutlich auch an der Kadergröße der Profis lag, doch ich denke diese Jungs haben ihre Sache sehr gut gemacht, halfen uns immer weiter und trugen auch ihren Teil zum Meistertitel bei.“

Was war letztlich für diesen dramatischen Saisonausgang verantwortlich, warum hat es nicht geklappt?

„Da muss man zum einen ganz klar sagen, dass sich im Endeffekt die effektivere Mannschaft durchsetzte, doch da müssen wir uns selbst an der Nase nehmen. Die Gegentreffer sind viel zu einfach gefallen, oftmals haben wir auch individuelle Fehler begangen und noch dazu hätten wir sicherlich schon in Obergrafendorf öfters zuschlagen können, vom Heimspiel ganz zu schweigen.

Im Endeffekt haben wir uns aber vielleicht auch vom Spiel der St. Pöltener im Hinspiel täuschen lassen, denn auch bei der Beobachtung und dann beim Hinspiel zeigten sie nicht diese Aggressivität, die sie vor allem in der ersten Spielhälfte vom Rückspiel an den Tag legten. Da waren sie ganz klar in den Zweikämpfen aggressiver, vor allem in den Eins gegen Eins – Situationen.“

Was kann man daraus für die Zukunft lernen?

„Wir müssen speziell aus dem Relegations-Duell die richtigen Lehren ziehen, das heißt noch robuster und vor allem durchschlagskräftiger werden. Denn so wie in der zweiten Hälfte im Rückspiel werden wir auch in der Zukunft auf Mannschaften treffen, die mit acht, neun oder sogar zehn Spielern hinter dem Ball agieren und da brauchst du eben die Automatismen bzw. Ideen, um Chancen zu kreieren und im Endeffekt Tore zu erzielen.“

Mit welchen Zielen geht ihr in die kommende Saison?

„Wir wollen auf alle Fälle unseren Titel aus der kürzlich abgeschlossenen Saison verteidigen, wo wir Herbstmeister, Hallenmasters-Sieger und auch Meister wurden. Alleine daran sieht man doch, dass das letzte Jahr ein tolles war, leider eben nicht mit dem ersehnten Happy End. Als oberstes Ziel gilt auch im nächsten Jahr der Meistertitel und in Folge der Aufstieg in die Regionalliga Ost. Ob dann nochmals eine Relegation nötig ist, wissen wir noch nicht, doch bis dahin ist es ohnehin ein langer Weg, den wir konsequent gehen wollen.“

Wird es auch im Sommer wieder einen Umbruch geben?

„So wie im letzten Sommer auf keinen Fall, wir werden den einen oder anderen Abgang vor allem bei den älteren Spielern haben, die aufgrund der Altersregelung hinausfallen. Dafür kommen ein paar junge Spieler aus der Akademie nach. Außerdem werden wir vermutlich mit Peter Hawlik einen Leader bekommen, der auch im Training einmal lauter werden kann und das kann für unsere jungen Spieler nur von Vorteil sein.“

DANKE für das Interview!

(22.06.2017)zurück >