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Akademie-Matinee mit nächstem Schlagerspiel


Ausgleich in der Nachspielzeit

Schon seit Oktober 2016, dem Heimremis gegen den UFC Markt Allhau, waren die SV BauWelt Koch Mattersburg Amateure in der BVZ-Burgenlandliga ohne Punkteverlust, denn die Amas konnten die folgenden neun Ligapartien allesamt gewinnen. Dass diese Serie nicht von ewiger Dauer sein würde, waren sich die Verantwortlichen rund um Trainer Markus Schmidt im Klaren, doch der erste Punkteverlust in Neuberg war dann schon ein wenig überraschend, zumal dort vermeintlich alles nach Plan verlief.

Denn beim Gastspiel der SVM Amateure im Landessüden führten die Schmidt-Schützlinge nach knapp einer Stunde Spielzeit eigentlich klar mit 3:1 und ließen sogar noch eine große Chance auf einen weitere Treffer liegen. Nach dem Schlusspfiff schlichen unsere Youngsters hingegen mit hängenden Köpfen vom Spielfeld, denn einem Anschlusstreffer knapp eine Viertelstunde vor dem Ende folgte der Ausgleich in der Nachspielzeit.

Zähe Vorstellung

Zwar hatte Marcel Szikonya noch eine tolle Kopfballmöglichkeit nach dem 3:3, doch sein Versuch ging zu zentral auf den Kasten der Heimischen, die dann über einen hart erkämpften Punkt jubeln durften, der am Ende nicht unverdient war. „Neuberg hat leidenschaftlich gekämpft, alles probiert und sich ehrlicherweise diesen Punkt auch verdient, wenn auch spezielle der letzte Treffer vermeidbar gewesen wäre“, ärgerte es Trainer Markus Schmidt auch Tage nach dem Match noch gewaltig.

Dieser späte Gegentreffer besiegelte schließlich das Schicksal der Amas in diesem Spiel, doch für den Coach war es keine große Überraschung. „Ich habe die Jungs noch vor dem Anpfiff gewarnt, es war ein drückendes Wetter und jeder müsse seinen inneren Schweinehund besiegen, alles aus sich herausholen, um hier zu gewinnen, doch es war eine zähe Partie von Beginn weg und das in jeglicher Hinsicht“, schilderte Schmidt seine Eindrücke.

Tugenden vermissen lassen

Der überlegene Tabellenführer trat dort zwar auch als solcher auf, bestimmte das Spielgeschehen, hatte viel Ballbesitz und drückte die Hausherren meist tief in deren eigene Spielhälfte zurück, doch richtig gefährlich wurden sie zunächst nicht. „Uns hat ganz einfach die nötige Konzentration gefehlt. In den letzten Spielen, egal bei welchem Spielstand auch immer, sind wir konzentriert vom Anfang bis zum Ende aufgetreten, doch das war dieses Mal nicht vorhanden“, zeigte sich der Ex-Profi enttäuscht.

Gerade Markus Schmidt war in seiner aktiven Zeit einer jener Spieler, der in jeder Sekunde einer Partie versuchte alles aus sich herauszuholen und genau das vermisste er nun bei seinen Schützlingen. „Wir ließen all unsere Tugenden vermissen, die uns zuletzt auszeichneten. Tempo bzw. Zielstrebigkeit im Spiel nach vorne, gute Passqualität oder etwa Gegenpressing bei Ballverlust, all dies, was du für einen Sieg benötigst, konnten wir nicht auf den Platz bringen.“

Komfortabler Vorsprung

Einer zu destruktiven Spielweise des Gegners, der sich seine Mannschaft zu sehr angepasst hatte, möchte der Amas-Coach aber nicht sprechen. „Das war nun keine andere Situation als in den Spielen zuvor, wir wussten, dass Neuberger hinten dicht machen wollen und auf Konter lauern werden, das haben wir eingehend besprochen“, erläuterte Schmidt, der einen solchen Gegenstoss zur Führung der Heimischen mit ansehen musste.

Dieser war dann jedoch der Weckruf für die SVM Amateure, die durch einen Doppelschlag innerhalb weniger Augenblicke durch einen Templ-Kopfball sowie Seidl-Freistoss das Spiel komplett drehen konnten und mit einer Führung in die Pause gingen. Nach dem Seitenwechsel legten unsere Burschen dann nach, stellte Florian Templ mit seinem zweiten Kopfballtreffer auf einen vermeintlich komfortablen 3:1-Vorsprung, der allerdings eher negative Auswirkungen hatte.

Hektik in der Schlussphase

„Nach diesem dritten Treffer sahen wir beinahe schon wie die sicheren Sieger aus und so verhielten wir uns leider auch. Da hat das Auftreten unserer Mannschaft schon etwas überheblich gewirkt, denn anstatt noch weiter nach vorne zu agieren, versuchten wir den Vorsprung zu verwalten“, und dies mit bösen Folgen. Die Hausherren waren nicht unbedingt zwingend gefährlich, kamen mit kontrollierten Bällen an den Strafraum aber immer wieder in aussichtsreiche Positionen.

So fiel auch der Anschlusstreffer, denn Julian Rosenstingl konnte einen Schuss nur zur Seite abprallen lassen, wo ein Neuberger schneller an der Kugel war und traf. Als dann in der Schlussphase der Partie, wegen des knappen Ergebnisses, zusätzliche Hektik aufkam und die Hausherren immer engagierter wurden, passierte der vermeidbare Ausgleichstreffer, durch einen Klärungsversuch genau in den Lauf des zu diesem Zeitpunkt stürmenden Innenverteidigers.

90 Prozent reichen nicht

„Wir wollten unbedingt den zehnten Sieg in Folge einfahren und haben dies nicht geschafft. Es reichte eben nur zu dieser Punkteteilung, obwohl es lange Zeit gut aussah“, ärgerte sich der Coach ob der vergebenen Führung, doch womöglich hatte dieser Spielverlauf aus seiner Sicht auch etwas Gutes. „Es war vielleicht ein Dämpfer zur richtigen Zeit, denn vor uns liegen noch einige wichtige Partien und da wollen wir wieder erfolgreich sein.“

Eines ist sich der Amas-Trainer auf alle sicher, nämlich dass seine Schützlinge die Konsequenzen ihres Auftrittes am eigenen Leib spüren mussten. „Es ist schön zu sehen, dass 80 oder 90 Prozent der Leistung gegen keinen Burgenlandligisten reichen werden. Hohe Laufbereitschaft, Leidenschaft und Siegeswillen sind nötig um drei Punkte einzufahren. Bringst du diese Tugenden nicht auf den Platz, bekommst du eben drei Gegentreffer und gewinnst nicht.“

Duell der besten Frühjahrsteams

Die nächste Möglichkeit, um dies wieder unter Beweis zu stellen bietet sich für die SV BauWelt Koch Mattersburg Amateure schon wieder am kommenden Wochenende, denn am Sonntag (10.30 Uhr) wartet das nächste wichtige Heimspiel auf die Schützlinge von Trainer Markus Schmidt. In der Fußballakademie gastiert nämlich der Tabellendritte aus Draßburg und da können sich die Zuseher einen spannenden Sonntag-Vormittag erwarten.

Schließlich ist der Bezirksrivale zählt zusammen mit unseren SVM Amateuren zu den besten Teams im Frühjahr. Die Draßburger konnten in sieben Spielen mit fünf Siegen und zwei Remis sogar einen Punkt mehr holen als die Schmidt-Truppe, haben aber auch schon ein Spiel mehr absolviert. Speziell in den drei Auswärtspartien gab es ebenso viele Siege zu verbuchen, dementsprechend interessant dürfte der direkte Vergleich zur Sonntagsmatinee werden.

Eindrücke gesammelt

Auch Markus Schmidt zeigte sich von den Auftritten der Kühbauer-Truppe angetan, auch wenn er diese nicht unbedingt als Maßstab für den kommenden Kräftevergleich heranziehen möchte. „Ich habe die Draßburger im Frühjahr schon zwei Mal beobachtet und bin von ihrer Qualität im Offensivspiel überzeugt. Allerdings kann ich nicht sagen, ob sie ihr Spiel gegen uns auch so offensiv anlegen werden, ich würde es mir jedenfalls wünschen, denn dann hätten auch wir einmal mehr Räume.“

Die Serie von sieben ungeschlagenen Spielen im Frühjahr lässt die Schützlinge von Ex-SVM-Kapitän Josef Kühbauer sicherlich mit dem nötigen Selbstvertrauen nach Mattersburg kommen, was auch der Partie den Charakter eines absoluten Topspiels verleiht. Amas-Coach Markus Schmidt möchte sich jedoch nicht zu sehr auf den Gegner konzentrieren, sondern viel mehr die Leistung seiner Schützlinge in den Vordergrund stellen.

Unbedingter Wille nötig

Im Heimspiel am Sonntag-Vormittag erwartet er sich auf alle Fälle eine Reaktion auf das letzte Meisterschaftsspiel in Neuberg. „Dort haben wir vor Augen geführt bekommen, dass es ohne unsere Tugenden nicht geht, das heißt wir müssen in erster Linie wieder einen unbedingten Willen an den Tag legen, ein Tor zu erzielen und dann sehen wir ohnehin wie das Spiel ausgehen wird.“

Hohe Laufbereitschaft, Leidenschaft in den Zweikämpfen und der unbedingte Siegeswille gepaart mit einem zielstrebigen bzw. temporeichen Spiel in die Tiefe sind die entscheidenden Faktoren zum Erfolg. „Wir haben unter der Woche all dies eingehend besprochen und ich hoffe, die Jungs haben alles verstanden, das werden wir spätestens am Sonntag sehen. Können wir unsere Qualität mit diesen Tugenden kombinieren, dann kann es nur einen Sieger geben.“




SV Bauwelt Koch Mattersburg Amateure - ASV Draßburg
25. Runde der BVZ-Burgenlandliga
Sonntag, 23.04.2017, 10.30 Uhr – Fußballakademie Burgenland
Ref: Christian Dintar; Ass: Franz Kruisz, Arif Erdem

(21.04.2017)zurück >