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Mit breiter Brust die Grundtugenden umsetzen

Beim letzten Auftritt in der Südstadt waren Andreas Gruber und Co. schon knapp dran, ein Sieg wollte aber nicht gelingen.

Normaler Prozess

Turbulente Tage liegen hinter dem SV BauWelt Koch Mattersburg. Angefangen hatte alles am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen die Kärntner vom RZ Pellets WAC, wo es im Pappelstadion eine deftige 0:6-Heimschlappe setzte. Anfang dieser Woche wurde dann Trainer Gerald Baumgartner beurlaubt und mit Robert Almer ein neuer sportlicher Leiter präsentiert.

Viele im Team hatten mit solch einer Entwicklung nicht gerechnet, darunter etwa auch Andreas Gruber. „Ich war schon überrascht, als am Dienstag der Trainer in die Kabine kam und verkündete, dass er beurlaubt ist.“ Routinier Michael Perlak sieht dies jedoch nicht als all zu große Sache an, denn „dies ist im Fußball ein ganz normaler Prozess und kommt immer wieder einmal vor, dieses Mal halt bei uns.“

Schnell abhaken und fokussieren

Was der Mittelfeldmann aber auf gar keinen Fall gelten lassen möchte ist, dass „diese ereignisreiche Woche in irgendeiner Form als Ausrede verwendet wird.“ Schließlich gibt es aus seiner Sicht „einiges zu tun, denn wir haben ordentlich etwas gut zu machen und das müssen wir schon am kommenden Wochenende zeigen.“ „Es hilft ja ohnehin nicht, darüber viel zu diskutieren, wir müssen unsere Leistung auf dem Platz bringen und punkten“, spricht es Thorsten Mahrer knallhart an.

Dies ist auch kein Wunder, schließlich war dieses 0:6 vor heimischer Kulisse schon ein ordentlicher Dämpfer für alle Sympathisanten des SVM. Auch die Spieler brauchten ein wenig Zeit, um dieses Spiel zu verkraften. „Die ersten zwei Tage danach waren schon recht schwer, doch dann versuchst du es schnellst möglich abzuhaken und dich auf das nächste Spiel zu konzentrieren, denn nur das zählt“, schilderte Michael Perlak die Situation.

Nicht alles schlecht

Noch bitterer machten diese Niederlage zuhause die ersten dreißig Minuten des Spiels, denn da waren unsere Kicker gut im Spiel, dominierten phasenweise die Wolfsberger. „Wir haben sehr gut angefangen, eigentlich mit viel Ballbesitz das Spiel unter Kontrolle gehabt, doch dann sind wir bei einer eigenen Standardsituation in einen dummen Konter gelaufen und dann quasi auseinander gefallen“, erinnerte sich Thorsten Mahrer zurück.

Der Innenverteidiger fand auch danach die spielerische Leistung von sich und seinen Kollegen ganz in Ordnung, doch „wir haben dann aus beinahe jedem WAC-Angriff einen Gegentreffer bekommen. Die schossen sieben Mal auf unseren Kasten und sechs Mal war er auch drinnen.“ Dieser Umstand war für alle nicht leicht zu verkraften, hatte man doch auch selbst aussichtsreiche Möglichkeiten auf den ein oder anderen Treffer.

Zweikampfverhalten nicht gut genug

„Die Gegentore waren einfach zu billig“, analysierte Gruber, der aber auch anmerkte, dass da trotzdem eine gehörige Portion Glück dabei war, schließlich „wollen wir den Ball klären und spielen dem Gegner genau in den Lauf oder kriegen ein Tor aus 50 Metern. Da kam dann eben gleich alles zusammen.“ Innenverteidiger Thorsten Mahrer sah es ähnlich, für ihn war das Zweikampfverhalten in einigen Situationen nicht in Ordnung.

„Da haben wir uns oftmals richtig schlecht angestellt. Entweder hat einer ausgelassen oder einfach nicht so attackiert, wie man es machen müsste bzw. wie er es an jedem anderen Tag gemacht hätte“, schilderte der Abwehrmann seine Wahrnehmung, um doch anzumerken, dass „noch dazu jeder noch so kleine Fehler eiskalt mit einem Gegentor bestraft wurde.“ Die wichtigste Erkenntnis für Perlak ist jedenfalls, dass wir „gemeinsam fighten müssen, das ist das A und O im Fußball.“

Schlüsselmomente gegen SVM

Darauf wird es auch beim kommenden Ligaspiel am Sonntag (17.00 Uhr) ankommen, schließlich gastiert der SV BauWelt Koch Mattersburg da in der Südstadt beim FC Flyeralarm Admira. Die Niederösterreicher hatten einen ähnlichen Start in diese Saison, sie konnten ebenfalls aus vier Partien drei Punkte holen, denn sie gewannen in Hartberg mit 1:0 und das war auch ihr einziger Treffer bislang.

Somit kommt es da zum Duell der bislang schwächsten Offensive mit der schwächsten Defensive, doch dem wollen unsere Kicker keine allzu große Bedeutung beiwohnen. „Sicherlich waren die letzten Niederlagen heftig, doch sowohl in Hartberg als auch gegen den WAC hätten die Partien auch eine andere Wendung nehmen können, da gab es durchaus Schlüsselmomente, die eben nicht für uns ausfielen“, erläuterte Andreas Gruber.

Gemeinsam Aufgaben lösen

Was es dort braucht, weiß Routinier Michael Perlak ganz genau. „Wir müssen alle Vollgas fighten, konzentriert arbeiten und uns gegenseitig helfen. Du kannst auch einmal falsch stehen, das kommt im Fußball immer wieder vor, doch dann gibt es eben auch noch andere Spieler auf dem Platz, die das ausbessern können. Diese Einstellung, Dinge gemeinsam zu lösen, gab es in Mattersburg immer und die braucht es jetzt umso mehr.“

Eines ist auf alle Fälle allen Kickern bewusst, nämlich dass Fußball ein Ergebnissport ist. „Die Resultate waren in letzter Zeit schlecht und das müssen wir abstellen“, brachte es Thorsten Mahrer auf den Punkt, doch dazu „brauchen wir ein selbstbewusstes Auftreten, um erfolgreich Fußball spielen zu können, Angst hat da am Platz nichts verloren, denn der Gegner spürt das auch.“

Grundtugenden im Vordergrund

Beim letzten Gastspiel vor den Toren Wiens musste unsere Mannschaft am Ende der Vorsaison die letzten Europacup-Ambitionen begraben, es sah jedoch durchaus lange Zeit gut aus, was damals auch Admira-Coach Ernst Baumeister nicht verborgen blieb, der seine Schützlinge sicherlich dementsprechend gut einstellen wird. „Das ist eine junge, gierige Mannschaft, aber auch wir wollen unbedingt drei Punkte erobern und werden 90 Minuten kämpfen“, versprach Andreas Gruber.

Die Mannschaft wurde in den vergangenen Wochen von Interimscoach Markus Schmidt auf diese Begegnung eingestellt, die SVM-Kicker fühlen sich jedenfalls gut vorbereitet. „Da war zunächst einmal sicherlich viel mentale Arbeit von seiner Seite dabei, er versuchte jedem Spieler das Vertrauen in sich und seine eigene Leistung zurückzugeben“, gab Perlak Einblicke in die Trainingsarbeit.

Wahres Gesicht zeigen

„Was er uns als erstes vermittelt hatte war, dass wir uns auf die Grundtugenden im Fußball besinnen sollen, nämlich Laufarbeit verrichten und Zweikämpfe gewinnen. Er gab uns auch das Gefühl, dass wir zwar Fehler machen können, doch anschließend schnellst möglich wieder in unsere Ordnung, sprich hinter den Ball, kommen müssen, um wieder ins Pressing gehen zu können und die Kompaktheit aufrecht zu erhalten“, ergänzte Mahrer.

Somit gibt es für unsere Burschen eine eindeutige Botschaft. „Wir wollen eine klare Reaktion zeigen“, versicherte Thorsten Mahrer. „Das war zuletzt nicht der SVM, den sich alle wünschen und deshalb wollen wir unser wahres Gesicht zeigen“, ergänzte ein entschlossener Michael Perlak und auch Andreas Gruber ist sich sicher, dass „es bergauf gehen wird und wir dort gewinnen können.“




FC Flyeralarm Admira - SV Bauwelt Koch Mattersburg
5. Runde der tipico - Bundesliga
Sonntag, 26.08.2018, 17.00 Uhr – BSFZ Arena
Ref: Ing. Gerhard Grobelnik
Ass: Andreas Heidenreich, Daniel Trampusch
4O: Mag. Harald Lechner

(25.08.2018)zurück >