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SVM auf Punktejagd in der Oststeiermark

Beim letzten Auftritt vor mehr als drei Jahren durften Jano und Co. über einen vollen Erfolg in Hartberg jubeln, was gelngt dieses Mal?

Heiße Partie im Pappelstadion

Es war eine heiße Partie, der Heimspielauftakt am vergangenen Wochenende, denn das Duell mit dem Meister FC Red Bull Salzburg war wieder einmal bis in die Schlussphase ziemlich umkämpft und vor allem spannend. Auch die äußeren Bedingungen trugen ihr übriges dazu bei, denn Temperaturen um die 35 Grad Celsius und sogar noch drüber machten es den Akteuren nicht unbedingt einfacher.

Da stellte sich auch schon einmal die Frage, ob die Hitze oder doch die Bullen der härtere Gegner an diesem Tag waren, doch die Antwort von Trainer Gerald Baumgartner fällt da ziemlich eindeutig aus. „Salzburg ist immer ein sehr harter Gegner und bei diesen heißen Temperaturen hast du vielleicht dann noch die Möglichkeit sie einmal zu erwischen und zu besiegen“, doch das war an diesem Tag nicht der Fall.

Lucky Punch auf der falschen Seite

Ganz im Gegenteil, denn am Ende waren es die Salzburger, die durch einen Lucky Punch in der dritten Minute der Nachspielzeit den Führungstreffer erzielten. „Durch unseren gezwungenermaßen frühen Wechsel in der ersten Halbzeit konnten wir hinten raus nur noch zwei Mal reagieren. Das ist bei solchen Temperaturen schon ein kleines Problem, da vor allem die Außenspieler und auch Stürmer viel Laufarbeit verrichten“, erläuterte der SVM-Coach.

Die Folge der hohen und vor allem intensiven Laufarbeit kam dann auch in der Nachspielzeit zum Tragen. „Wir sind vielleicht bei diesem Schussversuch von Andre Ramalho zu spät rausgerückt“, gibt es aus der Sicht von Gerald Baumgartner Lernpotenzial bei dieser Aktion, doch „man darf auch nicht vergessen, dass er zwei mal die Stange berührte, ehe die Kugel im Tor landete und solch einen präzisen Schuss musst du in einer 93. Minute erst einmal abgeben können.“

Defensive Leistung top

Leidtragender in dieser Situation war auch Schlussmann Markus Kuster, der nämlich in seinem 100. Bundesliga-Spiel vor den Augen des Teamchefs eine bärenstarke Leistung ablieferte und dennoch zwei Mal hinter sich greifen musste. „Über das gesamte Spiel gesehen ging der Sieg schon in Ordnung, doch wenn du bis zur Nachspielzeit die Null hältst, dann darfst du dir auch berechtigte Hoffnungen auf einen Punkt machen. Von daher ist es schon sehr bitter so zu verlieren“, gab der SVM-Goalie zu Protokoll.

Der lieferte zusammen mit seinen Vorderleuten vor allem im defensiven Bereich über weite Strecken des Spiels eine tadellose Vorstellung, was auch der Coach honorierte. „Mit unserem Defensivverhalten und der Laufarbeit kann ich auf alle Fälle zufrieden sein. Wir haben unser taktisches Konzept gut umgesetzt, machten die Räume sehr eng und vor allem die Mitte zu. Auch wenn der Gegner über die Außen kam, war in der Mitte wenig Platz, es sagt schon sehr viel aus, wenn die Bullen auf Weitschüsse zurückgreifen müssen.“

Starke Mentalität

Unsere Nummer 1 im Kasten wurde an diesem Tag so richtig warm geschossen, was bei diesen Temperaturen eigentlich nicht schwer war, doch für Markus Kuster kam dies keineswegs überraschend. „In solch einer Partie gegen dieses Top-Team musst du ohnehin immer auf Spannung sein, da bekommst du keine Pause, um einmal so richtig durchzuschnaufen. Durch den vielen Ballbesitz der Bullen kann es immer sein, dass sie die Kugel durchstecken, also gilt es, stets konzentriert zu sein und ich denke, das ist mir gut gelungen.“

Bei der wohl entscheidenden Aktion des Spiels war unserem Schlussmann jedoch die Sicht leicht verdeckt. „Keine Frage, das war eine große Distanz, doch der Schuss war verdeckt, ich konnte ihn erst spät sehen und kam folglich nicht mehr hin“, ärgerte ihn diese Aktion schon sehr. „Man muss Salzburg zu Gute halten, dass sie die Mentalität haben nie aufzugeben“, sparte Kuster jedoch auch nicht mit Lob über Österreichs Aushängeschild.

Offensiv noch Potenzial vorhanden

Ein Thema lässt dem Goalie aber auch keine Ruhe, nämlich die späten Gegentore gegen die Bullen. „Salzburg ist die Tormaschine der Liga, wo du immer wieder eine Klatsche bekommen kannst. Wir aber hätten in den letzten vier, fünf Partien ohne weiteres zu Null gegen sie spielen können und das zeigt eigentlich, dass wir es großteils nicht so schlecht machen.“

Sein Trainer sieht das ähnlich, ortet jedoch noch Potenzial im Spiel nach vorne. „Bis auf den Kvasina-Lattenkracher hatten wir nach vorne nicht viel vorzuweisen. Da wurden die wenigen Angriffe nicht gut genug zu Ende gespielt, weil oftmals der letzte Pass nicht ankam“, das soll sich seiner Meinung nach in den kommenden Spielen ändern, denn „bis zur Länderspielpause wollen wir gegen jene Teams auf Augenhöhe so viele Punkte, wie nur möglich, machen.“

Ambitionierte Zielsetzung

Dazu zählen alle Teams mit Ausnahme der Top 4 oder 5, also auch der kommende Gegner, denn der heißt am Samstag (17.00 Uhr) auswärts TSV Prolactal Hartberg. Der Aufsteiger aus der Oststeiermark musste sich in seinen ersten beiden Auftritten in Österreichs höchster Spielklasse jeweils knapp geschlagen geben, machte jedoch beide Male keine schlechte Figur, dementsprechend warnt Gerald Baumgartner vor dem nächsten Auswärtsmatch.

„Dort gilt es sehr akribisch ans Werk zu gehen. Wir werden unsere Jungs so darauf vorbereiten, dass wir dementsprechend auftreten können, wie wir uns das vorstellen“, schließlich sind die Ziele auch bei diesem Spiel ambitioniert, denn „wir wollen dort einen Dreier einfahren, doch dazu müssen wir mindestens genauso konzentriert agieren und auch so Gas geben wie in den ersten beiden Partien.“

Eigene Leistung entscheidend

Denn aus Sicht des SVM-Cheftrainers sind jene Duelle mit Teams auf Augenhöhe meistens sehr eng, da „gilt es jene paar Prozent mehr, die wir zur Verfügung haben, herauszuholen. Schließlich gehe ich davon aus, dass wir dorthin fahren und versuchen werden alles für den Erfolg zu geben.“ Die Erwartungshaltung in Punkto eigener Leistung ist auf alle Fälle hoch, denn das könnte auch ein springender Punkt werden.

„Es liegt in erster Linie an uns selbst, wie wir dort auftreten werden und ob wir auch erfolgreich abschneiden können“, denn der Aufsteiger ist aus Sicht von Gerald Baumgartner nur schwer einzuschätzen. „Das ist eine neue Mannschaft, die durch den Aufstieg neue Euphorie inne hat und sicherlich nun gegen uns versuchen will, erstmals in der Bundesliga zu punkten.“

Gute Erinnerungen

Das heißt in der Praxis, dass auf jeden Fall die Einstellung passen muss, denn „es wird dort jene Mannschaft gewinnen, die mit größerer Leidenschaft, Motivation und Siegeswille auftritt bzw. auch das taktische Konzept besser umsetzt. Wir werden sicherlich mehr Ballbesitz haben als gegen Salzburg, doch Hartberg in deren eigenen Stadion wird deswegen eine ebenso harte Nuss werden“, davon ist Gerald Baumgartner überzeugt.

Der letzte Auftritt in der Profertil-Arena liegt zwar schon etwas zurück, blieb aber sicherlich dem einen oder anderen SVM-Fan gerne in Erinnerung, denn am 24. April 2015 gewann unsere Mannschaft dort auf dem Weg zum Meistertitel in der Sky go - Ersten Liga mit 4:2. Einer, der auch damals dabei war, ist Schlussmann Markus Kuster, der die Hartberger Heimstätte aber ein wenig anders in Erinnerung haben wird, sich jedoch nicht weniger auf das jetzige Spiel freut.

Tolle Stimmung fördert Leistung

„Auch ich habe am letzten Wochenende beim ersten Heimspiel der Oststeirer vernommen, dass sich einiges im Stadion getan hat. Vor allem die Tribünen hinter den Toren finde ich sehr cool. Dadurch wird es enger und die Stimmung kommt besser rüber. Dafür bist du ja schließlich auch Fußballer, lebst dafür, dass die Leute ins Stadion kommen und das pusht dich umso mehr, je lauter es außerhalb des Platzes ist“, denn viel Stimmung fördert aus seiner Sicht auch die eigene Leistung.

„Ich persönlich finde es toll, wenn uns die eigenen Fans anfeuern, doch es pusht mich umso mehr, wenn ich von gegnerischern Anhängern ‚motiviert’ werde, denn darauf willst du einfach mit noch mehr Leistung antworten“, freut sich Kuster bereits auf das nächste Spiel in Österreichs höchster Spielklasse vor einem hoffentlich zahlreich vertretenem Publikum. „Wir werden jedenfalls alles geben und die Hartberger keineswegs unterschätzen“, versichert der SVM-Schlussmann abschließend.




TSV Prolactal Hartberg - SV Bauwelt Koch Mattersburg
3. Runde der tipico - Bundesliga
Samstag, 11.08.2018, 17.00 Uhr – Profertil Arena
Ref: Walter Altmann
Ass: Stefan Gamper, Maximilian Weiß
4O: Julian Weinberger

(09.08.2018)zurück >