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Rückblick Teil 3: Ausblick in die nähere Zukunft

Der aus Mattersburg stammende Stephan Schimandl feierte im letzten Heimspiel sein Bundesliga-Debüt.

Die Saison 2017/18 in der tipico – Bundesliga ist Geschichte, hinter uns liegen ereignisreiche 36 Runden zum vorerst letzten Mal in der Zehnerliga. SVM-Trainer Gerald Baumgartner nahm sich vor dem verdienten Urlaubantritt noch einmal Zeit, um die Geschehnisse der vergangenen Monate noch einmal ausgiebig Revue passieren zu lassen.

Im dritten und letzten Teil geht es um die Förderung des eigenen Nachwuchses und vermehrt um persönliche Ansichten zu den Themen Urlaub, Ligareform und auch die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

Hier könnt ihr noch einmal Teil 2 nachlesen >


Wie sieht es mit der Entwicklung im eigenen Nachwuchs aus. Unsere Amateure sind vor kurzem erst Meister in der Burgenlandliga geworden. Kommen da interessante junge Spieler nach?

„Kompliment an die Amateure, es ist für den gesamten Verein wichtig in einer starken Regionalliga zu spielen, weil die Jungs doch in der Regionalliga Ost mehr gefordert werden. Es gehört auch zu einer Bundesliga-Amateurmannschaft einfach dazu, sich in einer starken Liga weiterzuentwickeln. Wir haben ja schon seit Jänner Michael Steinwender im Trainingsbetrieb dabei, Stephan Schimandl feierte im letzten Spiel gegen den LASK sein Bundesliga-Debüt und auch Raphael Behounek durfte sich im Training schon ausprobieren.

Hinzu kommt noch mit Christoph Halper ein sehr interessanter Spieler, der vermehrt unser Augenmerk genießen werden kann. Wenn die Jungs bereit sind, dann werden wir sie auch reinschmeißen, sprich ihnen Möglichkeiten geben, damit sie sich weiterentwickeln können, schließlich ist das Teil unserer Vereins-Philosophie.“

Das vergangene Spieljahr war das vorerst letzte in der Zehnerliga, ab Sommer besteht die österreichische Bundesliga aus zwölf Vereinen. Mit welchen Erwartungen geht der SVM-Coach in die Saison Eins nach der Ligareform?

„Die Ligareform wird es sportlich wieder anspruchsvoll machen. Es werden starke Aufsteiger mit guten Mannschaften in die Liga kommen, man muss aber erst einmal abwarten, wie es sich entwickelt, für Spannung ist auf alle Fälle gesorgt. Wir schauen in erster Linie aber zunächst einmal auf uns selbst, wollen eine Top-Mannschaft stellen und so viele Siege, wie nur möglich, einfahren.“

Als Sechster der abgelaufenen Saison wären wir nach dem Grunddurchgang im kommenden Jahr im oberen Play Off dabei. Wäre das ein interessantes Ziel oder hängt da zu viel vom Saisonverlauf ab?

„Der Saisonverlauf spielt sicherlich eine entscheidende Rolle, wir wissen ja noch nicht, wo wir uns qualitativ einreihen werden. Wir hoffen natürlich schon, dass wir dieses Ziel von der Qualität her erreichen können und dann werden wir auch alles dafür tun, um es letztendlich zu schaffen.“

Mehr Vereine heißt aber auch weniger Spiele. Ist dies für die Trainingssteuerung aus Trainersicht ein Vorteil?

„Das denke ich nicht. Jedes Wochenende ein Match und zusätzlich englische Runden unter der Woche sind das Beste, was man als Profi haben kann.“

Ändert sich auch für die Zuseher etwas, wird es spannender?

„Das muss man abwarten. Es sind auf alle Fälle wieder klangvolle Namen zurück in der Liga und das allein macht es schon sehr speziell. Grundsätzlich bin ich der Meinung, je schöner die Stadien in der Liga, desto besser ist es auch für die Spieler dort zu spielen. Ich wünsche mir für mich und unsere Fans jedenfalls eine sehr spannende Meisterschaft, aber mit der Prämisse, dass wir vorne dabei sind.“

Wie kann man als Trainer nach einer langen Saison ein wenig abschalten?

„Eigentlich gar nicht, nur wenn man mit dem Kopf unter Wasser ist (lacht). Natürlich müssen wir alle ein paar Tage mit der Familie abschalten, auf das freue ich mich schon. Aber die Vorfreude auf die neue Mannschaft und den Saisonstart ist bei mir auch jetzt schon sehr groß, wenn es los geht bin ich wieder mit vollem Eifer dabei. Zunächst versuche ich nun aber in den kommenden Tagen den Kopf frei zu bekommen und dann greifen wir wieder voll an.“

Mit dem Trainingsstart fängt auch die Weltmeisterschaft in Russland an, verfolgt man die als Trainer besonders genau?

„Mich als Trainer freut es, wenn man spannende Spiele relaxt sehen kann. Sieht man genau hin, dann kann man auch immer wieder etwas dabei lernen. Sei es von den Topstars am Spielfeld, den verschiedenen Systemen der Trainer, aber auch den Interviews nach den Spielen. Ich bin stets wissbegierig und möchte dazulernen, deswegen freue ich mich auf die WM, auch wenn es sehr schade ist, dass Österreich nicht dabei ist.“

Drückt der SVM-Coach einem bestimmten Team die Daumen?

„Natürlich wäre es Österreich gewesen, da bin ich ganz klar Patriot. Nun kommt es für mich darauf an, wer den schönsten Fußball spielt. Deutschland ist für uns Österreicher immer eine gute Option. Wenn wir nicht gerade gegen sie spielen, dann halten wir Österreicher denke ich schon oftmals zum großen Nachbarn.

Aber nicht nur weil wir durch unsere Grenzen verbunden sind, sondern auch aufgrund ihrer fußballerischen Klasse. Wir können da immer wieder ein bisschen über den Tellerrand schauen. Von der Mentalität her ähneln sie uns, dennoch gibt es immer wieder interessante Dinge, die wir uns abschauen können.“

Zum Abschluss noch ein Expertentipp, gibt es einen Favoriten?

„Das sind wieder einmal die üblichen Verdächtigen. Deutschland als Titelverteidiger gehört da auf alle Fälle dazu, aber auch Frankreich oder Spanien und bei jedem Großereignis gibt es das eine oder andere Überraschungsteam.“


DANKE für das ausführliche Interview!

(03.06.2018)zurück >