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Rückblick Teil 2: Von Torjägern und Dauerbrennern

Markus Kuster war der Dauerbrenner in dieser Saison, er absolvierte jede Minute in der Liga.

Die Saison 2017/18 in der tipico – Bundesliga ist Geschichte, hinter uns liegen ereignisreiche 36 Runden zum vorerst letzten Mal in der Zehnerliga. SVM-Trainer Gerald Baumgartner nahm sich vor dem verdienten Urlaubantritt noch einmal Zeit, um die Geschehnisse der vergangenen Monate noch einmal ausgiebig Revue passieren zu lassen.

Im zweiten Teil geht es mehr ins Detail, beschäftigt sich unser Coach mit Fragen zu seinen Schützlingen und deren Entwicklung. Die Tore und Einsatzminuten stehen dabei vermehrt im Fokus.

Hier könnt ihr noch einmal Teil 1 nachlesen >


In der abgelaufenen Saison wurden insgesamt 25 Spieler eingesetzt, welche Aussagekraft hat dieser Wert?

„Wir haben im Laufe der Saison sicherlich unsere Stammformation gefunden, doch die mussten wir immer wieder je nach Situation der Spieler verändern. Zuletzt in Salzburg hatten wir erstmals in dieser Saison ein großes Lazarett von bis zu zehn Spielern, die nicht zur Verfügung standen, das ist schon enorm viel. Wir sind aber auch ein Verein, der Spielern die Chance gibt sich zu zeigen, das haben wir auch gemacht und dementsprechend ergibt sich diese Zahl und ist für mich keineswegs überraschend.“

Abgesehen von Torhüter Markus Kuster, der jede einzelne Spielminute absolvierte, gibt es mit Jano und Smail Prevljak zwei Spieler mit über 30 Einsätzen. Kann man die getrost als die Säulen des Teams bezeichnen?

„Jano ist auf alle Fälle eine absolute Stütze von unserem Verein auf seiner Position. Smail hat am Beginn der Saison noch nicht fix gespielt, sich dann aber extrem gut entwickelt und wurde sogar mit einem neuen Vertrag beim besten Team in Österreich dafür belohnt. Das spricht einerseits für sein Talent, aber auch andererseits für unseren Verein, wo sich junge Spieler sehr gut weiterentwickeln können. Auch unser Eigenbauspieler Julius Ertlthaler hat aufgezeigt, ist zum Stammspieler gewachsen. Deswegen wollen wir es auch weiterhin so handhaben, dass sich junge Spieler bei uns sehr gut entwickeln können.“

Julius Ertlthaler entwickelte sich gut weiter, wurde in dieser Saison zum Stammspieler.

Macht die Prevljak-Entwicklung den SV Bauwelt Koch Mattersburg auch für andere junge Spieler interessanter oder besser gesagt, kann der SVM davon profitieren?

„Wir haben mit David Atanga, Masaya Okugawa und eben Smail Prevljak bewiesen, dass wir gute Talente weiterentwickeln können. Mit Julius Ertlthaler und Philipp Erhardt, der vor allem im ersten halben Jahr sehr viel gespielt hat, haben wir auch eigene Talente gefördert und das ist unter anderem die Aufgabe eines Trainers. Für mich ist das ganz normal, wenn man ein gutes Training macht und mit den Spielern gut umgeht, dann können sie sich eben dementsprechend beweisen. Aber nicht nur das Trainer-Team, auch die Führungsspieler haben da eine entscheidende Rolle. Sie sorgen nämlich dafür, dass junge Spieler gut in der Mannschaft aufgenommen und integriert werden, dafür sind unsere Führungsspieler Vorbilder. Somit sind junge Spieler bei uns sehr gut aufgehoben, sowohl beim Trainer-Team, als auch bei der Mannschaft.“

Nach einer starken Saison verlässt uns Smail Prevljak schon wieder, ist für einen Leihspieler ein Jahr fast zu wenig?

„Die Ausgangsposition war eben so, dass er für ein Jahr kommt. Smail hatte noch dazu eine Verletzung gehabt, die er erst vollständig überstehen musste. Er kam zwar fit, aber noch nicht matchfit zu uns. Die Spielpraxis, die er dafür benötigte, konnten wir ihm geben, weil wir auch gesehen hatten, was für Potenzial in ihm steckt. Als er dann seine Qualitäten dementsprechend einsetzen konnte, wollten wir ihm auch die dazugehörigen Einsatzminuten geben. Aber auch andere konnten überzeugen.“

Wie haben sich etwa die restlichen Neuzugänge im Kader in der vergangenen Saison präsentiert?

„Mit Andreas Gruber, Rene Renner und auch Florian Hart haben sich auch viele weitere Neuzugänge prächtig weiterentwickelt. Mit Markus Kuster im Kasten haben wir noch dazu einen richtig jungen Mann zwischen den Pfosten und hinter ihm auch noch einen talentierten Ersatz. Wäre Kuster nicht so stark, würde ich auch mit Tino Casali in die Saison gehen können, somit haben wir auf dieser Position ein Luxusproblem. Generell haben wir die Mannschaft im Sommer ziemlich verjüngt, das mussten wir auch. Jeder Spieler, der fit geblieben ist, hat sich richtig gut weiterentwickelt. Deshalb war die Gesamtleistung für uns eben mehr als Durchschnitt heuer.“

Smail Prevljak war der treffsicherste SVM-Spieler, er durfte gleich 16 Mal jubeln und belegte in der Torschützenliste Platz 3.

Was bei einem Blick auf die Tabelle auffällt, ist, dass wir um ein Tor mehr geschossen haben als der viertplatzierte LASK, dafür aber 15 Gegentreffer mehr erhielten. Ist das genau jenes Problem, das eine bessere Platzierung verhinderte?

„Das ist sicherlich ein zentrales Thema, welches wir in der neuen Saison besser steuern müssen. Wir haben einfach zu viele Gegentreffer bekommen, aber auch das ist ein Prozess. Die Mannschaft war es in den vergangenen Jahren eher gewohnt, von hinten heraus zu agieren, nicht so aktiv Fußball zu spielen. Als ich gekommen bin, haben wir dies versucht zu verändern. Jetzt herrscht eine Situation, wo wir getrost sagen können, dass wir spielerisch weiter sind als noch am Anfang meiner Amtszeit. Wenn wir es jetzt noch schaffen, hinten weniger Tore zu kassieren, können wir vielleicht noch mehr Spiele gewinnen.“

Mit Smail Prevljak gab es in diesem Spieljahr einen absoluten Top-Scorer. Ist es eher ein Vor- oder Nachteil so einen Topstürmer zu haben? Wird man dadurch zu ausrechenbar bzw. unflexibel?

„Es ist ja auch für andere Spieler erlaubt Tore zu schießen, daran werden wir auch arbeiten. Smail ist sicherlich ein absoluter Torjäger und wird nur schwer zu ersetzen sein, doch wir haben in der Vorbereitung auf den neuen Kader darauf geachtet, dass wir ihn gleichwertig ersetzen können. Können wir es nicht Eins zu Eins, dann wollen wir dies im Paket tun. Ob das auch gelingt, werden wir ohnehin erst im Verlauf der nächsten Saison sehen. Eines ist aber auf alle Fälle klar, unsere Tore müssen nicht von einem einzigen Torjäger erzielt werden, sondern können ruhig auf mehrere Schultern verteilt sein.“


Im dritten und letzten Teil am Sonntag geht um den Nachwuchs, die kommende Saison und die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ...

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