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Rückblick Teil 1: Cup-Finale und Europacup knapp verpasst

Eigentlich war der Ball schon hinter der Linie, der Treffer zählte aber nicht, die Bullen im Elferschießen weiterkamen.

Die Saison 2017/18 in der tipico – Bundesliga ist Geschichte, hinter uns liegen ereignisreiche 36 Runden zum vorerst letzten Mal in der Zehnerliga. SVM-Trainer Gerald Baumgartner nahm sich vor dem verdienten Urlaubantritt noch einmal Zeit, um die Geschehnisse der vergangenen Monate noch einmal ausgiebig Revue passieren zu lassen.

Im ersten Teil geht es um die allgemeine Bewertung der Saison, die Leistungsschwankungen oder auch die positiven und negativen Highlights. Außerdem beleuchtet der SVM-Coach die Veränderungen zur Vorsaison, sowie den Unterschied zwischen Heim- und Auswärtstabelle.


Gerald Baumgartner, hinter uns liegt ein langes Spieljahr 2017/18, das der SVM auf Platz 6 beendete. Die Sportredaktion von Laola verpasste dem SVM die Schulnote Befriedigend, die SVM-Fans eher ein Gut, wie schätzt es der Trainer ein?

„Ich denke irgendwo dazwischen. Es war schon eine gute Saison für uns. Wir waren knapp dran ins Cup-Finale zu kommen, haben bis kurz vor Ende der Meisterschaft noch Platz 5 im Visier gehabt. Das haben wir zwar leider nicht geschafft, deshalb gilt es nächstes Jahr den Fokus darauf zu richten, dass wir uns weiter nach oben orientieren und uns auch in allen Bereichen verbessern. Ich denke, wir sind ehrgeizig genug, um dies umzusetzen und wieder eine gute Saison zu absolvieren.“

Waren in diesem Jahr vielleicht zu viele Leistungsschwankungen dabei, müssen wir mehr Stabilität hinein bekommen?

„Ich denke, so etwas trifft auf jede Mannschaft in Österreich zu. Immerhin spielen wir in der Bundesliga, der höchsten österreichischen Spielklasse. Da gibt es immer wieder gute und schlechtere Spiele. Im Sommer müssen wir uns wieder neu aufstellen und da ist es enorm wichtig, der neu zusammengestellten Mannschaft unser taktisches Konzept so rasch wie nur möglich zu verinnerlichen. Zwar wird sich am Prinzip nicht sehr viel ändern, aber trotzdem wird es Veränderungen im Kader geben, das ist ein ganz normaler Prozess.

Je schneller wir diesen Prozess der Umgestaltung hinter uns bringen und Spiele gewinnen, desto besser ist es für uns. In den vergangenen zwei Saisonen waren wir stets im Frühjahr sehr stark, da greift unser System besser, weil sich die Spieler schon besser kennen und das wollen wir in der kommenden Saison schon ab dem Sommer hinkriegen, um gleich von Beginn weg auf Kurs zu kommen.“

Bei heftigem Regen setzte es gegen Sturm Graz die erste von fünf aufeinanderfolgenden Heiminiederlagen im Herbst.

In einer langen Saison gab es sicherlich positive und negative Highlights, die in Erinnerung blieben, fangen wir vielleicht mit den Negativen an?

„Auf alle Fälle negativ nach einem richtig guten Start (Remis bei Rapid und Sieg gegen WAC, Anm.) war, dass wir die anschließenden Spiele gegen die Topklubs zuhause nicht gewinnen konnten. Das tut schon sehr weh, wenn wir unsere Heimstärke nicht ausspielen können. Es war dann irgendwie eine Negativspirale im Herbst drinnen, die wir jedoch zum Glück beenden konnten. Je länger wir zusammen gearbeitet hatten mit diesem neu zusammengestellten Team, desto besser wurde es und am Ende können wir auf eine gute Saison zurückblicken. Diese kleine Schwächeperiode wollen wir auf alle Fälle in der Zukunft vermeiden.“

Was blieb vorwiegend positiv in Erinnerung?

„Positiv waren sicherlich die erfolgreichen Spiele gegen die Topklubs, wo wir einige Siege einfahren konnten. Auch das Erreichen des Halbfinales im Cup, wo wir eben knapp das Finale verpassten und erst nach 120 Minuten im Elfmeterschießen scheiterten. Außerdem konnten wir viele schöne Tore erzielen und haben uns im Umschaltverhalten von Defensive auf Offensive richtig gut weiterentwickelt.“

Gleich drei Mal konnte heuer die Austria besiegt werden, zwei Mal sogar auswärts im Ernst Happel Stadion.

Bei drei Remis gegen Schlusslicht SKN St. Pölten aber etwa drei Siegen gegen die große Wiener Austria stellt sich schon die Frage, ob man sich gegen die Großklubs etwas leichter tut?

„Ich denke nicht, dass wir uns gegen irgendjemanden leichter spielen. Wir haben eine Mannschaft, die bei jedem Spiel alles geben muss, um dieses gewinnen zu können. Es waren auch die Begegnungen gegen die hinteren in der Tabelle, wie etwa SKN St. Pölten oder auch den WAC, immer eng, aber das gilt ebenso für andere Mannschaften. Wichtig ist, dass du bei einem Wettkampf, und das sind eben unsere Bewerbsspiele in der Liga sowie im Cup, stets den Fokus hast und alles reinhaust. Das versuchen wir mit der Mannschaft auch so zu erarbeiten, dass sie am Matchtag immer ihre beste Performance abrufen kann.“

Das erste volle Jahr beim SVM ist absolviert, was hat sich im Vergleich zum Vorjahr verändert?

„Wir haben auf alle Fälle einen guten Entwicklungsschritt nach vorne gemacht und zwar in allen Bereichen. Von einer Mannschaft, die zwei Jahre um den Abstieg gespielt hat, konnten wir uns auf einen guten Mittelfeldplatz hinarbeiten. Im ersten Jahr spielten wir noch, aufgrund unseres Stürmerpersonals, viele hohe Bälle nach vorne, um Chancen zu kreieren.

Wir holten im Sommer schnelle Außenbahnspieler, sowie einen flinken Mann in der Spitze. Dadurch haben wir sicherlich spielerisch einen großen Schritt nach vorne gemacht. Das versuchen wir auch weiterhin zu forcieren und mit unserer Heimstärke möglichst viele Spiele in der Meisterschaft zu gewinnen.“

Apropos Heimstärke, in der Heimtabelle landeten wir auf Platz 7, in der Auswärtstabelle hingegen auf Platz 5. Hat man im Pappelstadion wertvolle Punkte im Kampf um einen Europacup-Platz liegen gelassen?

„Wir haben fünf Heimspiele (SK Puntigamer Sturm Graz, FK Austria Wien, FC Flyeralarm Admira, FC Red Bull Salzburg, SK Rapid Wien, Anm.) in Folge im Herbst vorwiegend gegen die Topklubs, aber eben auch gegen die Admira, verloren und das sind natürlich Punkte, die dir sehr wehtun. Aber wir werden denen jetzt nicht nachtrauern, sondern müssen aus dieser Phase lernen und die richtigen Lehren daraus ziehen. Wenn wir das tun, dann können wir uns weiterhin nach oben in der Tabelle verbessern und das ist auch das Ziel.“


Im zweiten teil am Freitag geht es dann um die Spieler, deren Entwicklung, Tore und Einsatzminuten stehen dabei vermehrt im Fokus ...

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