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Spannendes Gastspiel im Prater

Im Herbst konnten unsere Burschen die Hürde Austria im Happelstadion schon erfolgreich überspringen, was gelingt dieses Mal?

Turbulente Woche

Die vergangene Woche war nicht unbedingt jene des SV BauWelt Koch Mattersburg, denn zwei Mal war man knapp dran einen großen Schritt zu machen, sowohl im Cup-Bewerb als auch in der Meisterschaft. Schließlich verpassten unsere Burschen in einem wahren Cup-Fight im Halbfinalspiel gegen den klaren Favoriten FC Red Bull Salzburg nach einem heroischen Spiel über 120 Minuten erst im Elfmeterschießen den Einzug ins Finale.

Drei Tage später kam es dann nicht minder bitter, denn da dominierte unsere Mannschaft die Niederösterreicher vom SKN St. Pölten beinahe über die gesamte Spielzeit, geriet überraschend in Rückstand und hatte, speziell im zweiten Spielabschnitt, eine fast schon nicht mehr zählbare Vielzahl an Chancen, um das Match noch in einen Sieg zu drehen, was aber nicht gelingen sollte, da der Ball einfach nicht ins Tor wollte.

Tolle Leistung

Der Ausgleich praktisch mit dem Schlusspfiff war dann eigentlich ein schwacher Trost, wäre doch viel mehr möglich gewesen. „Aufgrund der Vielzahl an Chancen ist es natürlich schade, dass wir nur einen Punkt machen konnten, denn wir hätten uns den Sieg mehr als verdient“, litt Coach Gerald Baumgartner an der Seitenlinie mit seinen Schützlingen naturgemäß mit.

Aber auch er konnte nur mit ansehen, wie bei teilweise hochkarätigen Möglichkeiten einfach auch das nötige Quäntchen Glück an diesem Abend fehlte. „Das Cup-Aus war nicht leicht zu verdauen, trotzdem lieferten wir gegen St. Pölten von der Motivation und Einstellung her eine tolle Leistung ab“, konnte der SVM-Trainer unseren Burschen auf dem Platz bis auf die Chancenauswertung eigentlich keinen Vorwurf machen.

Erfahrungswerte als entscheidender Trumpf

Eines überraschte Gerald Baumgartner sogar ein wenig, nämlich die beeindruckende körperliche Verfassung unserer Truppe. „Trotz 120 Minuten in den Beinen konnten wir läuferisch als auch spielerische eine sehr starke Leistung auf dem Platz zeigen“, das machte den erfahrenen Mann an der Seitenlinie schon ein wenig stolz, denn trotz aller bitteren Momente konnten auch positive Aspekte aus dieser Woche mitgenommen werden.

„Es war eine richtig gute Woche für uns, zwar nicht von den Ergebnissen, aber wir konnten viel mitnehmen und einiges an Erfahrung sammeln“, betonte der SVM-Coach. Erfahrung ist auch das, was uns etwa die Bullen seiner Ansicht nach voraus haben, denn „durch ihre vielen internationalen Spiele konnten sie einiges an Erfahrung sammeln, sind dann im entscheidenden Moment cool aufgetreten und das muss man neidlos anerkennen, Kompliment an Salzburg“, gratulierte der gebürtige Landsmann.

Wille und Einsatz können Berge versetzen

Aber auch eine wichtige Erkenntnis konnten unsere Burschen aus dieser Woche mitnehmen. „Sie hat ganz klar gezeigt, dass man mit Wille und Einsatz Berge versetzen kann, das muss uns auch in den restlichen Spielen in dieser Saison stets klar sein. Wir müssen noch einmal alles in die Waagschale werfen und versuchen die Partien bestmöglich zu beenden, dann werden wir am Ende der Saison ohnehin sehen was dabei rauskommt.“

Das Heimspiel gegen St. Pölten war für die Ambitionen unserer Truppe jedoch ein kleiner Dämpfer, konnten wir doch nur einen Punkt auf die fünfplatzierte Admira gutmachen. „Einerseits ist es natürlich schade, dass wir nicht die drei Punkte gemacht hatten. Doch auf der anderen Seite ist noch immer alles offen, denn wir haben noch die direkten Duelle vor uns, da geht es in den kommenden Wochen Schlag auf Schlag“, gibt Baumgartner die Hoffnung noch lange nicht auf.

Richtiger Matchplan als Garant

Den Auftakt dieser spannenden Wochen macht am Samstag (16.00 Uhr) das erste direkte Duell gegen Tabellennachbar FK Austria Wien. Die Veilchen sind in der Tabelle aber nur aufgrund der besseren Tordifferenz einen Platz vor uns, von der Punkteanzahl liegen wir gleichauf mit den Favoritnern, die nun zum letzten Mal ein Heimspiel im Ernst Happel Stadion gegen uns absolvieren, sie kehren ja ab der kommenden Saison wieder in ihre eigentliche Heimstätte an den Verteilerkreis zurück.

Nach etlichen Jahren der Enttäuschungen (13 Niederlagen und nur ein Remis) ist die Austria in jüngster Vergangenheit zu einem schlagbaren Gegner geworden, zumindest was die letzten beiden Duelle betraf. „Daran sieht man, dass mit einem richtigen Matchplan, der entsprechenden Umsetzung, viel Energie und Willen auch die große Austria zu schlagen ist, uns ist das gleich zwei mal gelungen“, erinnert sich der SVM-Coach gerne zurück.

Schöne Erinnerungen

Darunter befand sich ein 2:1-Heimerfolg zu Beginn des Frühjahres und auch im Herbst ein 3:1-Sieg im Ernst Happel Stadion, dementsprechend kann man mit diesen Erfahrungen durchaus fokussiert in den Prater fahren. „Damals ließen wir sogar noch im ersten Spielabschnitt einige Top-Chancen liegen“, kamen unserem Trainer gleich so manche Spielsituationen in den Sinn, doch nun erwartet er sich einen etwas anderen Gegner.

Grund dafür ist der Trainerwechsel bei den Veilchen, denn kurz nach dem 2:1-Heimsieg gegen die Favoritner wurde Trainer Thorsten Fink durch Thomas Letsch ersetzt und damit veränderte sich auch das Auftreten der Wiener ein wenig. „Er hat zweifelsohne wieder mehr Energie hineingebracht, das Spieltempo ist höher“, erläuterte Gerald Baumgartner in aller Kürze einige grundlegende Merkmale.

Veränderte Wiener

Was immer wieder mit jedem Trainerwechsel einher geht, ist die Tatsache, dass alle Spieler mehr Gas geben. „Die hauen noch einmal alles rein, geben noch ein paar Prozent mehr, um dem neuen Trainer zu zeigen, was sie im Stande sind zu leisten“, sieht der SVM-Coach dies als ganz normale Tatsache an, doch „das macht die Aufgabe für uns nicht unbedingt leichter.“

Einen Pluspunkt dürfte der SVM beim Gastspiel im ehemaligen Praterstadion allerdings haben, nämlich die Drucksituation. „Der liegt auf alle Fälle bei ihnen, sie müssen fast in der Europacup kommen und dazu eigentlich gegen uns gewinnen und genau das kann eine kleine Chance für unsere Mannschaft sein“, machen sich Gerald Baumgartner und sein Trainer-Team schon viele Gedanken über dieses Spiel.

Offensivpower bremsen

Schließlich gilt es auch dieses Mal den richtigen Matchplan zu finden. „Wir werden versuchen ihre Offensivpower aus dem Spiel zu nehmen, sprich ihre sehr schnellen Spieler aufzuhalten und auch die Schaltzentrale Raphael Holzhauser weitestgehend zu isolieren. Wenn uns das gelingt, dann können wir auch dort wieder etwas Zählbares mitnehmen“, ist der Coach überzeugt.

Eines darf bei aller defensiven Stabilität aber keineswegs vernachlässigt werden. „Wir müssen auch selber Chancen kreieren, vermutlich werden es auswärts nicht so viele sein, doch diese gilt es effizient zu nutzen“, wünscht sich Baumgartner kein St. Pölten-Dejavu. Für Spannung ist auf alle Fälle gesorgt, schließlich zählt wohl für beide Teams nur der Sieg. „Jene Mannschaft, die gewinnen kann, hat eventuell die Möglichkeit auf die Admira Punkte gutzumachen, so gesehen sind wir erst nach dem Spiel viel schlauer.“




FK Austria Wien - SV Bauwelt Koch Mattersburg
32. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 28.04.2018, 16.00 Uhr – Ernst Happel Stadion
Ref: Alexander Harkam
Ass: Dr. Andreas Witschnigg, Gerald Bauernfeind
4O: Alan Kijas

(26.04.2018)zurück >