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Kampf auf Biegen und Brechen

Ein entschlossener Kapitän brachte dem SVM im Herbst durch seinen Doppelpack einen Punkt. Was holen Nedeljko Malic und Co. dieses Mal?

Guter Beginn rückte …

Die Vorfreude auf das Heimspiel am Ostersonntag gegen den SK Rapid Wien war groß, denn der Schlager gegen die Hütteldorfer lockt immer wieder zahlreiche Zuseher ins Pappelstadion. So auch dieses Mal, denn obwohl das Spiel auch im TV zu verfolgen war, machten sich über 7000 Personen ins Stadion auf. Aber nicht nur sportlich war die Aufgabe sehr reizvoll, schließlich hätte unsere Mannschaft den Rückstand auf Platz fünf verkürzen können.

Daraus wurde aber leider nichts, denn es setzte eine 2:4-Heimniederlage gegen den Rekordmeister. „Wir wollten unbedingt Punkte machen und das konnte man auch am Anfang spüren, schließlich machten wir es bis zum ersten Gegentreffer ganz ordentlich, ließen Rapid nur wenig Raum und gingen vorne gut drauf“, zeigte sich Coach Gerald Baumgartner vom Spielbeginn sehr angetan.

… durch Gegentreffer schnell in den Hintergrund

Dann jedoch musste der Mann an der Seitenlinie des SVM mit ansehen, wie nach dem ersten Gegentreffer innerhalb kurzer Zeit gleich drei weitere folgen sollten. „Wir hatten eine Phase drinnen, wo wir einfach schlecht verteidigten. Das hat natürlich Rapid in die Karten gespielt, denn die nutzten mit einer enormen Effizienz jede einzelne Möglichkeit zu einem Treffer, das spricht dann aber auch klar für die Qualität der Wiener“, brachte es der SVM-Coach auf den Punkt.

Ihm fehlte, wie auch schon in der zweiten Spielhälfte beim LASK, die nötige Konsequenz im Zweikampf in vielen einzelnen Aktionen. „Das war unser großer Fehler in diesen beiden Spielen und da gehört für mich die gesamte Mannschaft dazu“, nimmt Baumgartner keinen seiner Spieler aus, denn „Ballverluste gehören zum Fußball dazu und werden immer passieren, doch im Strafraum musst du einfach viel enger beim Mann sein und darfst dich auf keinen Fall so leicht ausspielen lassen.“

Mehr Spannung möglich gewesen

Doch es war auch beim Heimspiel gegen Rapid nicht alles schlecht an diesem Fußball-Nachmittag, schließlich „haben wir nach der Pause noch ein schönes Tor geschossen, leider jedoch zu spät. Wäre der Treffer früher passiert, hätten wir noch rankommen und auch offensiv mehr riskieren können“, erläutert der SVM-Coach, den vor allem die vielen Gegentreffer in so kurzer Zeit extrem störten.

„Wenn man in knapp mehr als einer Viertelstunde vier Gegentreffer erhält und sich dann nachher noch darüber wundert, dann ist das sehr schade, denn wir hätten es schon vorher besser regeln können“, sprach Baumgartner jene Spielszenen an, die eingehend analysiert wurden. „Wir versuchten diese Woche zunächst die Gegentore aus dem Kopf zu bringen und auch an der defensiven Organisation zu arbeiten“, wurden die Schwerpunkte im Training dementsprechend gesetzt.

Den nächsten Schritt machen

Zwar hat man durch die Niederlage zuhause gegen Rapid in der Tabelle wieder etwas an Boden verloren, von einer reinen Fokussierung auf den Cup möchte der SVM-Trainer aber nichts wissen. „Der Fokus ist auch nach wie vor ausgeglichen. Ich habe immer gesagt, wenn wir um Platz 5 mitspielen wollen, dann müssen wir permanent gut performen“, ist die Sichtweise noch immer die gleiche, auch wenn zwei unangenehme Niederlagen der Frühjahrsperformance einen gehörigen Dämpfer versetzten.

Vielmehr fordert der Coach von seinen Schützlingen im Reifeprozess den nächsten Schritt zu machen. „Wenn wir vorne mitspielen wollen, dann wird die Luft eben dünner und das war auch immer meine Rede. Wir haben eben nun zwei Spiele verloren, die wir eigentlich nicht verlieren hätten dürfen“, analysierte Baumgartner, den vor allem besonders ärgerte, dass „wir von der Qualität her dabei gewesen wären.“

Den Luxus nutzen

Nun also soll der nächste Entwicklungsschritt gemacht werden, dazu bedarf es vor allem einiger Maßnahmen. „Wir müssen in erster Linie wieder von Spiel zu Spiel denken, es ist noch nichts endgültig abgefahren, aber wir haben auch noch nichts fix in der Hand, also besitzen wir den Luxus befreit aufspielen zu können und genau das haben wir zu meiner Verwunderung zuletzt nicht getan“, gibt es aber noch weitere Aspekte.

„Unsere Tugenden wie Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Teamgeist müssen wieder vermehrt auf dem Spielfeld sichtbar und mit der nötigen Konsequenz in den einzelnen Aktionen angewendet werden“, was vor allem aber eine engagierte Einstellung voraussetzt. „Wir müssen permanent performen und genau das muss in den Kopf eines jeden Profis hinein. Wenn ich diese Einstellung bei jedem Match habe, dann kommen auch wieder bessere Ergebnisse dabei heraus“, ist sich Baumgartner sicher.

Unangenehmer Gegner

Schon beim kommenden Spiel am Samstag (18.30 Uhr) erwartet sich der SVM-Coach deshalb ein anderes Auftreten seiner Schützlinge, doch das Auswärtsspiel in Kärnten, beim RZ Pellets WAC, wird keinesfalls leicht werden, schließlich sind die Wolfsberger in ihrem eigenen Stadion nicht leicht zu bespielen, wie auch die letzten Ergebnisse verdeutlichten, denn da gab es jeweils ein turbulentes 2:2.

„Das ist eine sehr unangenehme Mannschaft, die vor allem vor heimischem Publikum mehr Selbstvertrauen hat und deshalb schwerer zu besiegen ist. Von da her erwarte ich mir einen Kampf auf Biegen und Brechen“, ist sich Gerald Baumgartner sicher, zumal die Kärntner noch in der Länderspielpause den Trainer wechselten. „Wir sind die ersten nach Red Bull Salzburg, auf die sie treffen, noch dazu zuhause, da werden sie sicher gewinnen wollen“, ist sich der SVM-Coach der Ausgangslage bewusst.

„Traue der Mannschaft alles zu“

Trotz allem ist unser Trainer vom Leistungsvermögen seiner Schützlinge weiterhin überzeugt. „Wir haben sicherlich die Qualität, um auch dort zu gewinnen“, doch dazu bedarf es einiger Verbesserungen. „Wir haben in dieser Woche vor allem an der defensiven Organisation gearbeitet und wollen dies schon gegen den WAC am Feld umgesetzt sehen“, hat der Coach eine klare Vorgabe an unsere Truppe.

Auch das Zweikampfverhalten wurde intensiviert, wie man im Training spüren konnte. „Es soll keine Ausrede sein, aber da wir lange am Kunstrasen trainieren mussten, konnten wir das nicht so durchziehen, wie geplant. Nun haben wir versucht wieder vermehrt mehr Intensität und Aggressivität reinzubringen und das haben die Jungs auch gut umgesetzt“, lobte der Trainer die Trainingsarbeit seiner Schützlinge.

Dennoch wartet die endgültige Bestätigung ihrer Arbeit erst nach den kommenden 90 Minuten in Wolfsberg. „Die gute Trainingsperformance muss uns Mut und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben. Wir haben die Qualität, um auch in Kärnten zu punkten, das ist auch unser absolutes Ziel. Wenn wir jene erste Halbzeit vom LASK und jene zweite gegen Rapid zusammensetzen können, sprich über die volle Distanz ordentlich performen, dann traue ich unserer Mannschaft alles zu, auch einen Dreier“, ist der Coach überzeugt.




RZ Pellets WAC - SV Bauwelt Koch Mattersburg
29. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 07.04.2018, 18.30 Uhr – Lavanttal Arena, Wolfsberg
Ref: Oliver Drachta
Ass: Mag. (FH) Stefan Kühr, Ing. Stefan Stangl
4O: Dieter Muckenhammer

(05.04.2018)zurück >