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Dem Cup-Triumph folgt ein harter Brocken

Zuletzt hatten Masaya Okugawa und Co. das Nachsehen, dieses Mal wollen unsere Burschen den Spieß umdrehen.

Nicht nur ein Gegner

Das Viertelfinalduell im UNIQA ÖFB Cup am Dienstag gegen den TSV Prolactal Hartberg war für den SV BauWelt Koch Mattersburg wie ein zweischneidiges Schwert, denn zum einen gab es durch den 4:1-Erfolg einen souveränen Aufstieg in das Halbfinale, wo in einem elitären Kreis neben unserem Team nur noch drei andere Vereine vertreten sind. Auf der anderen Seite waren die äußeren Bedingungen schon ein großer Spielverderber für diesen sportlich tollen Cup-Abend.

„Aufgrund der tiefen Temperaturen und den nicht leichten Platzverhältnissen - eigentlich ist unser Platz immer top, doch bei diesen Bedingungen eben auch nicht leicht zu bespielen - war es eine enorme Aufgabe für unser Team. Wenn du in der Favoritenrolle ist, dadurch mehr Ballbesitz hast und dadurch auch Chancen kreieren sollst, dann hast du es immer schwerer als jene Mannschaft, die gut organisiert verteidigt“, erläutert Trainer Gerald Baumgartner die schwierige Ausgangslage.

Extreme Bedingungen

Schon allein deswegen muss man unserem Team für diese Leistung gratulieren, was auch der Coach nicht verabsäumen möchte. „Kompliment an die Jungs, wie sie mit dieser Situation umgegangen sind. Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht, sehr schöne Tore heraus gespielt, zwar die eine oder andere für einen noch höheren Sieg ausgelassen, aber im Endeffekt unsere Pflichtaufgabe erfüllt“, analysierte der SVM-Coach.

Der konnte sich auch so richtig in die Spieler hineinversetzen, denn aus seiner Sicht waren die Bedingungen schon grenzwertig. „Es war schon extrem kalt und für die Akteure auf dem Platz muss es schon ein Wahnsinn gewesen sein. Ich bin nur froh darüber, dass sich keiner wehgetan hat und ich wieder alle verletzungsfrei bei den nächsten Trainingseinheiten begrüßen darf“, brachte es Baumgartner auf den Punkt.

Eingespielte Truppe

Es wird oftmals über den Traumberuf Profifußballer gesprochen, bei solchen Temperaturen aber kann man sicherlich nicht von Spaß reden. „Das war definitiv ein Knochenjob an diesem Abend, da braucht es schon extreme Überwindung, um das zu überstehen. Deswegen sprachen wir es auch immer wieder vor dem Spiel an, die Mentalität musste zu 100% passen, denn es gab nicht nur einen unangenehm zu bespielenden Gegner auf dem Platz, sondern ebene noch einen zweiten, nämlich die Kälte.“

Die konnte erfolgreich überwunden werden, dazu trug unter anderem die Offensivabteilung bei. Nach der Rotation beim Gastspiel in Altach brachte Gerald Baumgartner mit Markus Pink, Michael Perlak, Masaya Okugawa und Spitze Smail Prevljak wieder seine momentane Parade-Offensivreihe von Anfang an und die zeigte auch beim Cup-Auftritt, dass sie gut miteinander harmoniert und alle eine dementsprechende Form haben.

Klare Pausenführung hilfreich

„Wenn man früh in Führung geht und das Tor zum richtigen Zeitpunkt schießt, dann gibt das dir zusätzliches Selbstvertrauen und bringt dich oftmals auf die Siegerstraße. Unsere Offensive funktioniert im Moment gut, wir brauchen nicht viele Chancen, um einen Treffer zu erzielen. Aber man muss auch klar sagen, dass uns die 2:0-Pausenführung schon viel geholfen hat“, sieht der Coach schon den Spielverlauf als ganz wichtigen Aspekt an.

„Mit einem 2:0 zur Pause spielt es sich schon ganz anders als etwa bei einem Unentschieden, wo der Gegner noch immer seine große Chance wittert und dementsprechend auch auftritt. Wir hatten uns in der Kabine fest vorgenommen den dritten Treffer nachzulegen, ehe die Hartberger einen Treffer erzielen. Das haben wir auch so umgesetzt, nur einmal sind wir kurz vor Schluss bei einer Standardsituation für eine Unachtsamkeit bestraft worden. Da heißt es bis zum Abpfiff konzentriert bleiben, doch alles in allem war es ein souveräner Auftritt“, resümierte der SVM-Trainer.

Neue Rolle gut ausgefüllt

Der nahm in diesem Cup-Viertelfinale auch ein Veränderung vor, brachte Julius Ertlthaler neben Jano in defensiverer Rolle im zentralen Mittelfeld, eine Option für die Zukunft? „Dort haben wir aufgrund von Verletzungen einen gewissen Engpass, müssen uns auch immer wieder einen Backup für die Bank aufsparen, denn wir können nicht immer gleich alles gleich vom Start weg reintun“, erläutert Baumgartner seine Beweggründe.

Mit der Vorstellung des jungen SVM-Profis konnte auf alle Fälle zufrieden sein. „Der Erti hat seine Sache generell gut gemacht. Taktisch muss er auf dieser Position sicherlich noch dazulernen, doch er ist noch jung und das ist ohnehin in erster Linie unsere Aufgabe im Trainer-Team“, gibt es aus Sicht des Coaches noch genügend Entwicklungsmöglichkeiten und einen großen Wunsch für die Auslosung am Sonntag: „Es sind nur noch starke Teams dabei, ein Heimspiel wäre tolle, alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.“

Noch etwas gut zu machen

Nach dem Ausflug in den Cup-Bewerb steht nun aber am Wochenende wieder der Alltag auf dem Programm und der heißt nun einmal tipico – Bundesliga. Da wartet am Samstag (18.30 Uhr) noch dazu ein ganz harter Brocken auf den SV BauWelt Koch Mattersburg, schließlich gastiert mit dem FC Flyeralarm Admira das Überraschungsteam der Saison im Pappelstadion, das momentan den ausgezeichneten dritten Tabellenplatz innehat.

Die beiden ersten Duelle in dieser laufenden Saison mit den Südstädtern waren auch nicht unbedingt glanzvoll, denn einem 0:5 zuhause folgte eine 0:2-Niederlage in der BSFZ-Arena. „Speziell die Heimniederlage, wo sie uns eine richtige Watsche gegeben hatten, war schon sehr bitter“, aber gleichzeitig auch ein Weckruf für die gesamte Mannschaft, wie der Coach bestätigt.

Trendumkehr eingeleitet

„Ab diesem Zeitpunkt wussten wir, dass einige Dinge verändert gehören, um erfolgreich zu werden, das haben wir dann auch geschafft“, kann Gerald Baumgartner zu Recht auf eine gute Bilanz seit diesem 0:5 zurückblicken. Zwar waren die Veränderungen zunächst nicht unbedingt im Ergebnis sichtbar, spätestens aber nach dem 3:1-Sieg im Ernst Happel Stadion nahm der SVM-Zug so richtig an Fahrt auf.

Dennoch wird es auch dieses Mal kein Zuckerschlecken, schließlich ist auch die Admira gut in Fahrt und konnte sich in der Tabelle ordentlich nach oben arbeiten. „Die Admira ist auch heuer wieder ein extrem starker Gegner, denn sie machen das mit ihrer Personalpolitik segr gut, holen junge Talente, die richtig Potenzial haben geben ihnen die Möglichkeit sich dort weiterzuentwickeln“, zeigt sich unser Coach von der Philosophie der Südstädter beeindruckt.

Guter Gegner

Die Admira hat das Image des ewigen Underdogs, oftmals auch als graue Maus bezeichnet, doch dem werden sie nach Ansicht unseres Trainers schon lange nicht mehr gerecht. „Sie machen es seit Jahren schon sehr gut, holen sich von den Großklubs immer wieder Talente, die dort nicht in der ersten Reihe stehen, weil sie hohe Ziele verfolgen und deshalb den jungen Kickern eher seltener eine Chance geben. Die Südstädter zeigen es aber vor, wie es gehen kann und ärgern die Großen noch dazu, indem sie ihnen in der Vergangenheit immer wieder einen Europa League-Platz wegschnappten.“

Trotz aller Stärken der Gäste möchte unsere Mannschaft alles daran setzen, um vielleicht den sechsten Heimsieg in der Liga (mit Cup sogar den siebten) in Folge einfahren. „Wir können das schaffen, aber nur dann, wenn wir auch gut sind“, und genau da liegt für Gerald Baumgartner der Schlüssel zum Erfolg, denn „das ist eine technisch starke Mannschaft, die befreit aufspielt, schnelle Offensivspieler in ihren Reihen hat und auch in der Defensive gut aufgestellt ist. Deswegen wir es eine schwierige Aufgabe werden, für die wir richtig gut sein müssen.“

Unterstützung hilft immer

Dafür hofft auch der SVM-Coach auf die Unterstützung der eigenen Fans, denn „es wird hoffentlich etwas wärmer werden, damit uns wieder mehr Leute im Stadion anfeuern, denn unser Publikum ist top und bei besseren Temperaturen kommen mehr Leute ins Stadion und werden durch unseren herzerfrischenden Fußball noch zusätzlich erwärmt.“ Ein packendes Match dürfte es auf alle Fälle werden.

„Das denke ich auch, denn keine Mannschaft wird sich hinten reinstellen, es wird schnelles Umschaltspiel geben und ich hoffe, dass wir natürlich das bessere Ende auf unserer Seite haben“, wünscht sich Gerald Baumgartner am liebsten drei Punkte, doch dafür gilt es den Fokus wieder auf die eigene Leistung zu legen. „Wir wollen unbedingt punkten, haben auch drauf, müssen aber eine starke Vorstellung abliefern und vor allem in erster Linie auf uns selbst schauen“, so der Coach abschließend.




SV Bauwelt Koch Mattersburg - FC Flyeralarm Admira
25. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 03.03.2018, 18.30 Uhr – Pappelstadion
Ref: Julian Weinberger
Ass: Andreas Heidenreich, Dr. Patrick Orlet
4O: Mag. Harald Lechner

(01.03.2018)zurück >