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Der Herbstrückblick mit Gerald Baumgartner - Teil 1

Der Start war recht vielversprechend

Gerald Baumgartner, in den vergangenen Monaten war es von den Resultaten her immer wieder ein Auf und Ab, wie verlief die Herbstsaison 2017/18 aus Sicht des Cheftrainers?

„Wir sind eigentlich ganz gut in die Saison gestartet, konnten mit vier Punkten nach zwei Partien sehr zufrieden sein, haben dann jedoch etwas nachgelassen. Wobei man auch ganz klar sagen muss, dass wir in der Phase, wo wir weniger Punkte holten, auch einiges ausprobiert hatten bzw. mussten. In erster Linie galt es die Neuzugänge zu integrieren und oftmals war auch das Spielglück nicht auf unserer Seite.

Mitte der Herbstsaison konnten wir uns aber wieder gut fangen und es war noch sehr viel möglich, was auch die starke Endphase zeigte, wo wir wieder auf Kurs kamen. Dennoch gilt es nun auch im Frühjahr ähnlich gut zu starten, aber eben mit dem Unterschied, eine solche Schwächeperiode wie im Herbst zu vermeiden. Gelingt uns das, dann bin ich felsenfest überzeugt, dass wir uns auch nach oben orientieren können.“

Im Frühjahr konntet ihr viele Punkte erobern, was auch, ob der schwierigen Ausgangslage, letztlich für den Klassenerhalt ein wesentlicher Faktor war. Ließ dieses starke Halbjahr aber auch die Erwartungshaltung sowohl von außen als auch innerhalb der Truppe steigen?

„Von außen kann ich es nicht wirklich beurteilen, von der Mannschaft her auf alle Fälle. Wir waren die zweitbeste Mannschaft im Frühjahr, also über ein halbes Jahr hinweg, und da kamen wohl so manchem die Gedanken, dass es auch mit dem einen oder anderen Prozent weniger ebenfalls so weitergeht. Wir sind dann dafür mit jenem Resultat bestraft worden, dass wir einige Spiele nicht gewinnen konnten und quasi in einen Negativstrudel kamen.

Von dort kannst du nur zusammen mit vereinten Kräften wieder heraus kommen. Das haben wir dann auch geschafft, weil alles in die Waagschale geworfen wurde. Nun werden wir die Mannschaft auf das anstehende Frühjahr sehr gut vorbereiten, damit wir gleich vom Start weg auf Kurs sein können, schließlich gibt es noch genug Chancen, um das Jahr erfolgreich abzuschließen. Dazu gehört neben der Meisterschaft auch noch der Cupbewerb, wo wir ebenfalls überwintern konnten, am Ende ist unser absolutes Ziel, eine erfolgreiche Saison hinter uns zu bringen.“

Stefan Maierhofer war mit seinen vier Toren der treffsicherste SVM-Schütze im Herbst.

Bis zum Rückrundenstart am 3. Februar 2018 rangiert ihr auf dem achten Tabellenplatz, welche Aussagekraft hat dies über den bisherigen Saisonverlauf?

„Im Skisport kann man hier von einer Zwischenzeit reden, so gesehen ist die Tabelle nichts anderes als eine Momentaufnahme. Wir wollen uns auf alle Fälle den einen oder anderen Platz noch nach oben orientieren, dieses Ziel verfolgen wir und deshalb richtet sich unser Fokus darauf. Um dies auch erreichen zu können bedarf es einer guten Vorbereitung, die hoffentlich auch verletzungsfrei bleibt. Erfreulich ist ohnehin, dass mit Florian Hart ein wichtiger Spieler dann wieder zur Verfügung stehen wird.

Was uns auf alle Fälle auszeichnet ist, dass wir in der Offensive durch die Integration unserer im Sommer geholten, jungen Spieler schwerer ausrechenbar geworden sind. Wir haben nun mit Stefan Maierhofer und Patrick Bürger zwei sehr wuchtige Spieler, die immer wieder für Gefahr im Strafraum sorgen können, verfügen aber auch mit Smail Prevljak und Markus Pink über zwei schnellere Spielercharaktere, daraus ergibt sich eben jene Flexibilität. Doch wir wollen die Mannschaft ohnehin Schritt für Schritt weiterentwickeln und wenn wir unsere Hausaufgaben machen, dann können wir ein erfolgreiches Frühjahr spielen.“

Auffällig ist bei uns vielleicht die Verteilung der 26 erzielten Tore, mit vier Treffern liegt Stefan Maierhofer hier voran, insgesamt gibt es zwölf verschiedene Torschützen. Ist das eher als Vor- oder Nachteil zu betrachten?

„Die Stürmerreihe muss aus meiner Sicht mehr Tore schießen, das ist ganz klar und wissen wir auch, das ist einer jener Bereiche, wo wir den Hebel in der Vorbereitung auch ansetzen werden. Aber auch die Außenspieler können mehr Chancen kreieren und ihrerseits selbst Tore erzielen. Hinzu kommt noch, dass wir im zentralen Mittelfeld Spielertypen haben, die für vier bis sechs Tore gut sind, wenn das jeder umsetzt, dann haben wir um einiges mehr Punkte.“

Gegen Rapid entschied ein kurioser Treffer des rechts postierten Stefan Schwab.

Die 33 Gegentreffer sind dann wohl auch der eine oder andere zuviel, oder?

„Auch in der Defensive müssen wir die Hebel ansetzen und uns weiter stabilisieren, weil wir doch in dem einen oder anderen Spiel Tore erhalten haben, ohne dass wir wirklich unter Druck waren. Im Endeffekt haben die Jungs im gesamten Herbst gut mitgezogen, super Teamgeist rein gebracht, auch den ‚Turn Around’ geschafft. Da war sehr viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit der Mannschaft sowie bei der Auswahl der Trainingsmethoden nötig, damit wir das schaffen konnten.

Wir haben dann in der zweiten Hälfte des Herbstes teilweise phantastische Leistungen gebracht. Auf denen können wir aufbauen und ich denke, wenn die Mannschaft noch einmal eine starke Vorbereitung hat, werden wir nochmals mehr zusammenwachsen können. Wenn wir noch dazu unsere Hausaufgaben erledigen und uns weiterhin so energievoll in den Matches präsentieren, sind viele Punkte drinnen und das ist das Ziel.“

Insgesamt gesehen war von den Leistungen am Platz im Herbst punktemäßig mehr drinnen?

„Ich denke schon, denn vor allem in jener Phase, wo wir nicht so viele Punkte einfahren konnten, mussten wir vor allem in den Heimspielen gegen Rapid, Austria aber auch Salzburg mitunter kuriose Gegentore hinnehmen. Da sind so manchem Gegentreffer Handspiele vorausgegangen, die jedoch vom Schiedsrichter-Team nicht geahndet wurden, aber auch etwa ein bitterer Last Minute-Treffer gegen Salzburg. Speziell in dieser Situation musst du einfach bis zum Schluss hellwach und konzentriert sein. Es nicht bloß eine Floskel, sondern auch Realität, ein Spiel ist nicht nach 90 Minuten aus, sondern erst, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Das mussten wir in diesem Spiel am eigenen Leib erfahren. Es gibt genug Dinge, wo wir uns verbessern können, dementsprechend sieht auch die Trainingsplanung aus. Wobei ich auch ganz klar sagen muss, dass da nicht alles dazu gehört. Wir haben auch schon jetzt einiges richtig gut gemacht, was es natürlich beizubehalten gilt.“

Markus Kuster absolvierte alle Spielminuten im Herbst und präsentierte sich vor allem am Ende in einer blendenden Verfassung.

Markus Kuster und Jano absolvierten jede Spielminute im Herbst, welche Rolle haben sie im Team?

„Beide sind extrem wichtig für uns, der eine ist der Stratege vor der Abwehr, der andere unser Einsertorwart. Markus Kuster hatte am Anfang der Saison Höhen und Tiefen gehabt, was auch meiner Meinung vielleicht an der ‚Auf Abruf’ - Nominierung im Team lag, das hat ihm möglichlerweise ein paar Prozente an Selbstvertrauen gekostet. Wir haben aber auch beim ‚Kusti’ das Training umgestellt, viel intensiver gearbeitet und in der zweiten Hälfte des Herbstes war er ein sehr starker Rückhalt.

Doch wir haben nicht nur ihn, sondern auch mit Tino Casali und Markus Böcskör zwei hervorragende Torhüter, die jederzeit einspringen können, wenn einmal der Hut brennt. Die Drei sind ein hervorragendes Team und pushen sich im Training gegenseitig zu Höchstleistungen und so soll das auch sein. Ich möchte aber nicht nur die Zwei herausheben, der gesamte Kader ist im Training sehr gut bei der Sache, alle arbeiten fokussiert und lassen sich sehr viel mit individuellen Trainingsinhalten führen, was meiner Meinung nach auch extrem wichtig ist.

Ich glaube, heutzutage ist ein reines Mannschaftstraining alleine zu wenig für einen Bundesligakader. Der Fußball entwickelt sich in eine Richtung, wo Dynamik und Schnelligkeit einen immer größer werdenden Stellenwert besitzen, das heißt, die technische Ausbildung des Spielers muss auch mit dem höheren Tempo mithalten. Da gibt es vieles, was ein Spieler individuell für sich machen kann, das fordern wir immer ein und werden das im Frühjahr auch beibehalten.“

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