created by schokobanane.

Noch einmal alles raushauen ...


Gerechtes Remis

Es war schon irgendwie ein eigenartiges Gefühl nach dem Abpfiff am vergangenen Samstag beim Auswärtsspiel im Allianz Stadion. Auf der einen Seite holte der SV BauWelt Koch Mattersburg nämlich beim Rekordmeister SK Rapid Wien einen Punkt, was vor dem Spiel wohl alle dankend angenommen hätten, wäre es angeboten worden. Doch andererseits führte unser Team dort Mitte der zweiten Hälfte bereits mit 2:0 und musste die Führung wieder aus der Hand geben.

„Wenn du mit zwei Toren führst und unmittelbar danach noch die Chance auf den dritten Treffer hast, dann ist es schon sehr schade, dass wir nicht gewonnen haben“, trauerte Trainer Gerald Baumgartner schon ein wenig den zwei liegen gelassenen Punkten nach, sah das Spiel aber dennoch realistisch. „Wir müssen aber schon so ehrlich sein, dass Rapid sehr gut gespielt hat und die eine oder andere tolle Möglichkeit vergeben hatte.“

Alte Fußballerweisheit bestätigt

Vor allem im ersten Spielabschnitt traten die Hausherren von Beginn weg sehr dominant und zielstrebig auf, doch im Abschluss waren sie einfach nicht effizient genug. „Da haben sie uns richtig gut bearbeitet und waren sicherlich dem Sieg näher“, zeigte sich Baumgartner auch vom Auftreten der Hütteldorfer beeindruckt, doch zur Pause stand es eben 0:0 und das brachte Spannung für die zweiten 45 Minuten.

Zur Pause reagierte der SVM-Coach auf die starke Vorstellung der Wiener und nahm einige Umstellungen vor. „Die sind voll aufgegangen und wir haben es dann richtig gut gemacht“, lobt Baumgartner seine Truppe für deren schwungvollen Start nach dem Seitenwechsel, wo sich auch wieder eine alte Fußballerweisheit bewahrheitete, nämlich „wenn du die Tore nicht machst, dann bekommst du sie womöglich, aber der Fußball ist eben so.“

Wäre auch mehr drinnen gewesen

So kam es dann auch, denn unsere Mannschaft konnte sich gut in Szene setzen, hatte zwar bei einem Stangenschuss auch das nötige Glück und erzielte dann zwei wunderschöne Treffer durch Masaya Okugawa sowie Michael Perlak, hatte dann noch durch einen Malic-Kopfball bzw. Jano-Nachschuss die große Chance auf den besagten dritten Treffer.

Doch es kam dann ganz anders, Rapid konnte bis zum Schluss noch ausgleichen. „Sie riskierten viel, nahmen einen Innenverteidiger vom Feld und brachten zwei zusätzliche Stürmer, dann ist es umso schwerer auswärts die Punkte festzuhalten“, sah es der Coach ganz realistisch, um dann noch hinzuzufügen, dass „der Punkt im Endeffekt auch gerecht ist.“

Rassiges Spiel mit wenig Karten

Übrig blieb am Ende trotzdem ein positives Gefühl, denn „wir nehmen das Positive aus dem Spiel mit, konnten aus diesem Match viel lernen und haben das auch mit der Mannschaft so besprochen, für uns war es auf jeden Fall ein gewonnener Punkt.“ Was neben dem Spielverlauf ein wenig auffiel, war bei diesem intensiven Spiel die Anzahl der Karten, lediglich eine und die noch dazu auf Seiten der Wiener.

„Das spricht auf der einen Seite zunächst einmal für den Schiedsrichter, der es aus meiner Sicht richtig gut gemacht hat. Trotz der vielen rassigen Zweikämpfen hat er nicht immer sofort die Karte gezückt, sondern das Spiel laufen lassen, so soll es auch im Fußball sein. Wenn es überhart wurde, war er ohnehin mit dem Karton zur Stelle“, lobte Gerald Baumgartner die Performance des Unparteiischen.

Zu weit weg vom Gegner

Es hatte aber aus seiner Sicht noch einen Grund, warum der SVM an diesem Nachmittag ohne Verwarnung davon gekommen ist und das vor allem im ersten Durchgang. „Da waren wir viel zu weit weg vom Gegner, kamen daher nicht so aggressiv in die Zweikämpfe und das kann dann auch einmal den Ausschlag dafür geben“, sah der SVM-Trainer ein zu zaghaftes Zweikampfverhalten, was er zur Pause dann korrigierte und dennoch blieb der Karton stecken.

Am Ende blieb unsere Mannschaft auch im dritten Auswärtsspiel in Folge im Allianz Stadion in diesem Jahr ungeschlagen, holte dabei jeweils einen Punkt. „Gegen Rapid zeigen wir sehr gute Leistungen und nehmen auch meistens etwas mit, zuhause waren wir auch auf Augenhöhe, mussten uns aber bitter geschlagen geben. Wir wollten für sie ein unangenehmer Gegner sein, was wir wieder bewiesen haben, doch gerade beim Gastspiel bei Rapid muss es für jeden Fußballer in Österreich ein tolles Gefühl sein, dort in einem geilen Stadion und vor ebenso geilen Fans spielen zu dürfen.“

Heimstärke erneut beweisen

Nach dem Punktgewinn in Hütteldorf wartet nun noch eine Aufgabe auf den SV BauWelt Koch Mattersburg vor der Winterpause, nämlich am Samstag (18.30 Uhr) das Heimspiel gegen die Kärntner vom RZ Pellets WAC. Mit den Wolfsbergern kommt zwar ein unangenehmer Gegner ins Pappelstadion, der allerdings im Jahr 2017 bisher ein gern gesehener Gast war, wenn man sich die Statistik zu Gemühte führt.

Denn unter Trainer Gerald Baumgartner ist der SVM in diesem Kalenderjahr gegen die Kärntner noch ungeschlagen, in den Auswärtspartien in der Lavanttal-Arena gab es jeweils eine 2:2-Punkteteilung, während die beiden bisherigen Duelle vor heimischem Publikum zu Gunsten unserer Truppe endeten. Im Frühjahr setzten sich Nedeljko Malic und Kollegen mit 2:1, im ersten Heimspiel dieser Saison mit 1:0 durch.

Mögliches Geduldspiel?

Trotz allem ist das abschließende Heimspiel vor der Winterpause am Samstag kein Selbstläufer, denn dafür waren alle vier Partien zuletzt viel zu eng. „Das waren sehr knappe Spiele, wo wir zwar meist das bessere Ende hatten. Aber wir wissen ganz genau, dass der WAC immer ein sehr unangenehmer Gegner ist und deshalb werden wir noch einmal alles aus uns herausholen, um wieder bestmöglich abzuschneiden“, gibt es für den Coach keine andere Herangehensweise.

Die Kärntner konnten in den letzten beiden Duellen, jeweils vor heimischem Publikum, punkten, denn sowohl gegen den SK Rapid Wien als auch zuletzt gegen Meister FC Red Bull Salzburg holten die Schützlinge von Trainer Heimo Pfeifenberger mit einem torlosen Remis einen Punkt, was die Vermutung zulässt, dass es für unsere Burschen ein mögliches Geduldsspiel werden könnte.

Positiver Abschluss

„Sie werden auswärts sicherlich defensiver spielen, was sie bisher immer wieder getan haben, man darf auch das Spiel zuletzt gegen Salzburg nicht zu sehr als Maßstab heran nehmen. Mit ihren vielen Spielen in den vergangenen Wochen und Monaten sind die Bullen kräftemäßig schon ein wenig am Anschlag, was sich dann natürlich auch auf die Leistung am Platz niederschlägt“, schilderte Baumgartner.

Der Coach hat ohnehin nur eines im Blick und das ist die Leistung seines Teams. „Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen, sie sind ein unangenehmer Gegner, vor allem durch ihre schnellen Gegenstöße. Wenn wir sie in deren eigener Spielhälfte bearbeiten wollen, dann müssen wir hinten dennoch stets hellwach sein, um mögliche Kontersituation rasch unterbinden zu können“, wünscht sich der Salzburger an der SVM-Seitenlinie noch einmal eine starke Vorstellung seiner Schützlinge.

Schließlich gibt es für ihn zweifelsohne nur ein ganz klares Ziel. „Es wäre natürlich optimal, wenn wir uns mit einem Sieg in die Winterpause verabschieden könnten und so den dritten Heimsieg in Folge einfahren würden“, ist die Marschroute klar und dafür wird noch einmal alles reingeworfen, denn „wir wollen unsere Stärken ausspielen und einen positiven Abschluss haben.“




SV Bauwelt Koch Mattersburg - RZ Pellets WAC
20. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 16.12.2017, 18.30 Uhr – Pappelstadion
Ref: Mag. Markus Hameter
Ass: Maximilian Weiß, Michael Nemetz
4O: Christian-Petru Ciochirca

(14.12.2017)zurück >