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Fokussiert nach St. Pölten


Unbelohnte Leistung gegen den Tabellenführer

Die Gefühle am letzten Sonntag waren etwas zwiespältig nach dem Heimspiel gegen den SK Puntigamer Sturm Graz, schließlich konnte der SV BauWelt Koch Mattersburg in einem von teilweise heftigen Regen beeinflussten, aber dennoch flotten Spiel gegen eine starke Grazer Mannschaft das Spielgeschehen offen halten, ging sogar in Führung, musste sich aber am Ende knapp mit 2:3 geschlagen geben.

Trainer Gerald Baumgartner sah eine beherzt aufspielende SVM-Truppe, die den favorisierten Tabellenführer voll forderte, aber sich selbst dafür nicht belohnte. „Es war sicherlich eines der besten Spiele unter mir, das wir gegen Sturm Graz gemacht haben. Umso bitterer ist es dann allerdings auch, dass wir nicht zumindest einen Punkt geholt haben“, analysierte der SVM-Coach.

Starken Beginn aus der Hand gegeben

Der Plan der Mannschaft ging nicht auf, denn diese „wollte bis zur Länderspielpause Ende August kein Heimspiel verlieren“, was mit der knappen Niederlage eben passiert ist, doch das bittere an der Geschichte ist die Tatsache, dass die Chancen da gewesen wären, um mehr Tore zu schießen. „Wir waren in vielen Phasen ein ebenbürtiger Gegner, konnten uns viele Möglichkeiten herausarbeiten und mit etwas mehr Glück hätten wir durchaus den einen oder anderen Treffer mehr machen müssen“, ärgerte sich Baumgartner schon ein wenig.

Schließlich begann das Spiel ja genau nach Matchplan. „Wir wollten unbedingt ein schnelles Tor erzielen und so Sturm unter Druck setzen, was uns auch gelungen ist, da hat sich die Hereinnahme von Markus Pink schon bezahlt gemacht“, erwähnte der Coach, der mit den ersten zehn bis fünfzehn Minuten auch vollends zufrieden war, schließlich hatten seine Schützlinge alles im Griff.

Bessere Kommunikation gefragt

„Bis zum Führungstreffer waren wir die klar bessere Mannschaft, ließen auch vor dem Ausgleich eigentlich keinen Torschuss der Gäste auf unseren Kasten zu, umso bitterer ist es dann, dass die Grazer mit ihrer ersten Chance gleich zum 1:1 kamen“, sprach Baumgartner diesen ersten Gegentreffer explizit an, denn seiner Meinung nach ging der eher auf die Kappe unserer Mannschaft.

„Da haben wir ganz einfach geschlafen, hätten den Freistoß sperren müssen, dann wäre es Peter Zulj nicht möglich gewesen mit einer so schnellen Seitenverlagerung den Gegentreffer einzuleiten“, doch auch beim zweiten Sturm-Treffer kurz nach der Pause ortete der Coach ein schlechtes Defensivverhalten seiner Schützlinge. „Wir müssen defensiv viel wachsamer agieren, auch an der Kommunikation untereinander arbeiten, dann passieren solche Stellungsfehler nicht“, ist Baumgartner überzeugt.

Viele Chancen kreiert

Was letztlich aber für die Grazer sprach, war ganz einfach der Spielverlauf, wo oftmals Kleinigkeiten über die Richtung des Spiels entschieden. „Das hat keine Frage klar in ihre Karten gespielt, doch man muss auch neidlos anerkennen, dass die Steirer eine spielerisch sehr starke Mannschaft haben, wie wir am vergangenen Sonntag mit eigenen Augen zu sehen bekamen“, erkennt der routinierte Coach die Arbeit des Tabellenführers an.

Dennoch konnte auch der SVM-Trainer mit einem positiven Gefühl aus der Partie hinausgehen. „Wir haben alles reingeworfen, konnten einem starken Gegner ebenbürtig entgegentreten, aber vor allem verhältnismäßig viele Chancen gegen ein Top-Team kreieren. Das muss und wird uns Zuversicht für die kommenden Aufgaben geben, die gleich am kommenden Wochenende mit einem schweren Auswärtsspiel weitergehen.“

Heißer Tanz in St. Pölten

Da wartet nämlich am Samstag (18.30 Uhr) das Auswärtsspiel beim bis dato punktelosen Tabellenletzten aus St. Pölten, der in der noch jungen Saison in drei gespielten Runden ebenso viele Niederlagen einstecken musste. Obwohl die Niederösterreicher ein wenig auf Zeit spielen und sich nach ihrem Kader-Umbau im Sommer noch nicht so richtig gefunden haben, rechnet Gerald Baumgartner schon mit einem heißen Tanz.

„St. Pölten steht im Moment sicher mit dem Rücken zur Wand, dennoch werden sie alles in dieses Spiel reinwerfen, denn wir sind für sie sicherlich ein Gegner, wo sie davon ausgehen, dass sie uns zuhause schlagen müssen. Doch da haben sie vermutlich die Rechnung ohne uns gemacht, denn wir sind gut drauf, müssen nur Kleinigkeiten abstellen, um dort einen guten Auftritt hinlegen zu können“, ist der Coach überzeugt.

Taktische Fehler abstellen

Welche Kleinigkeiten das genau sind, erklärt Baumgartner wie folgt. „Da gilt es in erster Linie unser Defensivverhalten zu verbessern. Wir müssen da auf alle Fälle wachsamer sein, haben zuletzt gegen Sturm zu wenig kommuniziert, sind daher schlecht gestanden und haben so den einen oder anderen Stellungsfehler begangen. Das darf gegen eine Topmannschaft, die das sofort ausnutzt, nicht passieren.“

Das heißt somit im Umkehrschluss, dass die Kommunikation innerhalb der Mannschaft für zukünftige erfolgreiche Auftritte unumgänglich ist. „Wenn wir mehr miteinander reden und uns besser einteilen, dann können wir den einen oder anderen taktischen Fehler unterlassen und sind unserem Ziel ‚Zu Null spielen‘ einen weiteren großen Schritt näher gekommen“, erörterte unser Trainer.

Mentale Komponente wichtig

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die mentale Komponente, denn „sie werden nach dem Cup-Aus und drei Ligapleiten zum Auftakt noch nicht so viel Selbstvertrauen haben, weshalb es vorwiegend an uns selber liegen wird, wie wir in das Spiel hineingehen.“ Als Beispiele nennt Baumgartner die beiden Duelle im Frühjahr, wo „wir zunächst im Heimspiel gut reingefunden haben und auch dementsprechend gewinnen konnten, in St. Pölten hingegen haben wir uns oftmals durch Kleinigkeiten aus der Bahn werfen lassen, da heißt es fokussierter dieses Mal an die Sache heranzugehen.“

Aber nicht nur das Defensivverhalten ist ein Garant für den Erfolg, auch die Offensive, die in erster Linie für Tore sorgen soll, muss funktionieren, was bislang eigentlich der Fall war, schließlich wurden alle fünf Liga-Treffer von Angreifern erzielt, allen voran Stefan Maierhofer, der in den drei bisherigen Bundesligaspielen getroffen hatte, was auch den Coach freut.

Offensive gut in Form

„Der Major ist ein sehr wertvoller Spieler für uns und es freut mich, dass er im Moment regelmäßig trifft, aber auch ein Smail Prevljak oder zuletzt Markus Pink sind gut drauf. Hinzu kommt noch ein starker Andreas Gruber auf der Seite sowie ein positiver erster Okugawa-Auftritt, der Lust auf mehr macht“, bestätigt Baumgartner die gute Form seiner Offensivabteilung.

Im Endeffekt zählen für ihn keine Namen, steht der Erfolg des gesamten Teams im Vordergrund, doch einen Aspekt lässt der routinierte Trainer nicht außer Acht. „Im Grunde ist es mir egal, wer die Tore schießt, doch es ist oftmals besser, wenn die Stürmer treffen, denn sonst liest du in der Zeitung nur von Ladehemmung und so heißt es, dass alle gut drauf sind“, was auch im Moment der Fall ist.

Fortschritte in der täglichen Arbeit

Generell störte Baumgartner beim letzten Spiel nur die Tatsache, dass man mit zwei erzielten Treffern gegen ein Top-Team nicht zumindest einen Punkt holte oder sogar als Sieger vom Platz ging, doch daran arbeiten er und sein Betreuerstab mit der Mannschaft tagtäglich. „Wir haben auch in dieser Woche viel dafür investiert und sind überzeugt, dass die Jungs gut drauf sind.“

Somit kann der Coach mit einem guten Gefühl die Reise in die niederösterreichische Landeshauptstadt antreten. „Wir wollen hinten weniger zulassen, sprich zu Null spielen, und vorne werden wir sicherlich unsere Möglichkeiten haben, um Tore zu erzielen“, ist sich der Coach sicher, der jedoch weiter anfügt, dass „es in erster Linie an uns selbst liegt, wie wir dort auftreten, doch wir können auf alle Fälle von uns selber verlangen, dass wir in St. Pölten Punkte holen.“




SKN St. Pölten - SV Bauwelt Koch Mattersburg
04. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 12.08.2017, 18.30 Uhr – NV-Arena, St.Pölten
Ref: Rene Eisner; Ass: Roberst Steinacher, Daniel Trampusch 4O: Alexander Harkam


(11.08.2017)zurück >