created by schokobanane.

Vorentscheidendes Auswärtsspiel?


Den Meister besiegt

Der SV BauWelt Koch Mattersburg befindet sich im Frühjahr sprichwörtlich auf Wolke Sieben, zumindest was die Ausbeute an Punkten betrifft, schließlich konnten schon insgesamt 23 gesammelt werden, was den zweitbesten Wert aller Mannschaften der höchsten österreichischen Spielklasse bedeutet, nur ein Team konnte dies noch überbieten, nämlich Titelverteidiger und Fast-Meister FC Red Bull Salzburg.

Doch sogar die mussten nun im Jahr 2017 die erste Pflichtspielniederlage hinnehmen, nämlich beim Gastspiel im Pappelstadion. „Das waren drei sehr wichtige Punkte in unserer aktuellen Situation“, freute sich Trainer Gerald Baumgartner über den schönen Erfolg, der unsere Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt aber nicht entscheidend voranbrachte, denn auch die anderen Teams konnten punkten, doch das spielte nur eine untergeordnete Rolle, viel mehr zählte die eigene Leistung und die war ohne Zweifel top.

Zwiespältiger Gegentreffer

„Wir haben alles reinhauen müssen, sprich extrem viel laufen, sehr ehrgeizig gegen den Ball arbeiten, auch die Räume gut zustellen und noch ganz nebenbei offensive Akzente setzen, doch wir haben alles geschafft“, durfte der SVM-Coach zurecht stolz auf seine Schützlinge sein, denn „wir haben gewusst, dass wir den Salzburgern bei Standards wehtun können und das ist zu 100% aufgegangen.“

Dennoch war nicht alles zur vollsten Zufriedenheit für den Salzburger an der Seitenlinie des SVM, denn etwa der Gegentreffer war aus seiner Sicht vermeidbar, wenn auch mit einem positiven Beigeschmack. „Diese Situation hätten wir sicherlich besser verteidigen müssen, doch ich habe schon während dem Spiel gemerkt, dass die Bullen danach passiver wurden, vermutlich geglaubt haben, dass sie sicher in Führung liegen“, doch das war nicht der Fall.

Weiter fest daran geglaubt

Denn dieser Gegentreffer löste bei unserer Mannschaft keinesfalls Bestürzung oder etwa Panik aus, denn Nedeljko Malic und Kollegen hielten eisern an ihrem Spiel fest und hatten damit auch Erfolg. „Wir wussten schon vor dem Spiel, dass ein Tor immer aufzuholen ist, das hatten wir schließlich in der letzten Zeit bewiesen und so ist es dann auch passiert, wir waren besser im Spiel und haben verdient gewonnen“, analysierte Gerald Baumgartner.

Ein solches Spiel mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten für sich zu entscheiden ist beeindruckend, spricht auch für eine gewisse Qualität. „Die defensive Arbeit der gesamten Mannschaft war sicherlich der Schlüssel zum Sieg, denn wir haben kaum etwas zugelassen, uns auf das Spiel der Salzburger gut eingestellt und mit viel Laufarbeit und auch der nötigen Zweikampfhärte, die du gegen dieses Team unbedingt brauchst, den Spielverlauf auf unsere Seite gebracht.“

Nach der Kür die Pflicht

Vor allem aber der mentale Aspekt durfte nicht außer Acht gelassen werden und gerade dieser Bereich machte unser Team im Frühjahr bislang so stark, das konnte man gegen die Bullen gut unter anderem erkennen. „Die unglaubliche Moral in der Mannschaft sowie das Selbstvertrauen, das wir uns im Frühjahr erarbeitet haben, machen uns so stark. Jeder weiß einfach, dass er gut ist und bringt eine Bereitschaft mit, alles aus sich heraus zu holen, das zeigt sich schon alleine an der unglaublichen Heimspielbilanz mit fünf Siegen aus sechs Spielen. Wir haben gezeigt, dass wir zuhause jeden Gegner schlagen können“, zeigte sich der Coach durchaus stolz.

In einer olympischen Disziplin, nämlich dem Eiskunstlauf, folgt nach dem Pflichtprogramm die Kür, doch im Fußball und im Besonderen beim SVM ist dies genau umgekehrt. Nach der Kür oder den von Trainer Gerald Baumgartrner titulierten Bonuspunkte gegen den FC Red Bull Salzburg steht nun das Pflichtprogramm für unsere Mannschaft auf der Tagesordnung und die heißt auswärts SKN St. Pölten.

Starker Gegner

Denn am kommenden Samstag (18.30 Uhr) gastiert der SV BauWelt Koch Mattersburg in der niederösterreichischen Landeshauptstadt und möchte dort auch erfolgreich abschneiden, wenn auch die Vorraussetzungen ganz andere sind. Nach den Ergebnissen vom vergangenen Wochenende, wo sich der SKN in Graz mit 2:3 schlagen geben musste, steht der kommende Gegner schon etwas unter Druck, dementsprechend erwartet der SVM-Coach einen heißen Tanz.

„Das wird eine schwierige Aufgabe werden, wenn auch das Spiel ein ganz anders sein wird. St. Pölten kämpft auch noch um den Klassenerhalt, steht noch mehr unter Zugzwang und wird sicherlich alles reinhauen. Wir müssen gewappnet sein, uns wird ein sehr starker Gegner entgegentreten und deshalb heißt es für uns entsprechend dagegenhalten, denn dort heißt es für uns verlieren verboten“, gibt Gerald Baumgartner gleich eine Marschroute vor.

Eigene Hausaufgaben erledigen

Dass dies leichter gesagt als getan ist, weiß der SVM-Coach auch ganz genau, schließlich hat unser Trainer sein Ex-Team genau auf dem Radar. „Das ist eine spielerisch sehr gute Mannschaft, die in der Offensive gut aufgestellt ist und im Frühjahr eine ordentliche Rolle spielt“, ist sich Baumgartner sicher, der jedoch für zu viele sentimentale Geschichten nicht viel übrig hat. „Ich war dort Trainer, habe noch viele Freunde, doch das Leben geht weiter und nun komme ich als Gast dorthin“, bleibt der Fokus rein auf dem kommenden Duell.

Ein Indiz für ein spannendes Spiel könnte auch das letzte Duell vor einigen Wochen geben, wo sich der SVM durch einen späten Sanchez-Treffer im Pappelstadion mit 1:0 durchsetzen konnte. „Dieses Spiel wird ganz anders werden, denn zuhause waren wir die ersten 25 Minuten klar besser, verabsäumten es nur die nötigen Treffer zu machen. Der SKN wird nun von Beginn weg sicherlich enormen Druck erzeugen wollen, doch wir müssen ohnehin in erster Linie unsere Hausaufgaben machen“, erläuterte Baumgartner.

Individuelle Fehler abstellen

Diese wurden zuletzt in der Fremde eigentlich exzellent gemacht, wenn auch mit dem einen oder anderen Schönheitsfehler. „Auch wenn beim WAC der Ausgleich erst sehr spät fiel wurmt mich dieses Remis dort schon sehr, denn wir hatten zuvor zwei Gegentreffer erhalten, die wir so nicht kriegen hätten dürfen“, ärgerte den SVM-Coach der 0:2-Rückstand in Kärnten schon gewaltig.

Die Erkenntnis daraus ist auch relativ einfach, nämlich „wir dürfen uns auf keinen Fall das Leben selbst schwer machen, solche Eigenfehler sind verboten, denn wir wollen dort etwas mitnehmen, haben auch die nötige Qualität dies zu schaffen und werden es auch dementsprechend anlegen.“ Schließlich kann unsere Mannschaft dort einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen oder wie es der Trainer ausdrückt: „Möglicherweise ist das unser erster Matchball und den wollen wir auch verwerten.“




SKN St. Pölten - SV Bauwelt Koch Mattersburg
33. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 13.05.2017, 18.30 Uhr – NV-Arena, St. Pölten
Ref: Julian Weinberger; Ass: Maximilian Kolbitsch, Andreas Heidenreich 4O: Ing. Gerhard Grobelnik

(11.05.2017)zurück >