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Schlagerspiel mit unterschiedlichen Ausgangslagen


Mehr drinnen gewesen

Lange Zeit sah es am vergangenen Wochenende nicht so rosig für den SV BauWelt Koch Mattersburg im Kampf um den Klassenerhalt, denn nicht nur auf den anderen Plätzen, auch beim eigenen Spiel, dem direkten Duell in Kärnten beim RZ Pellets WAC, konnte für unsere Mannschaft nicht gerade positiv berichtet werden, schließlich lag der SVM bis in die Schlussphase mit 0:2 im Rückstand.

Doch dann schlugen unsere Burschen eindrucksvoll zurück. „Es war auf alle Fälle eine kämpferische Topleistung und letztlich ein gefühlter Sieg für uns“, brachte es Philipp Erhardt auf den Punkt, sah es aber dennoch zwiespältig. „Betrachtet man das Spiel erst ab der Schlussphase, dann nimmst du gerne diesen Punkt mit, doch über die gesamte Spieldauer gesehen, wäre für uns mehr drinnen gewesen“, ist der Mittelfeldmann überzeugt.

Beeindruckend zurückgekommen

Das sieht auch sein Trainer so, der sicherlich einen Grund für diese Lage in der Endphase der Begegnung in den vermeidbaren Gegentreffern sah. „Beide Gegentreffer darfst du einfach nicht bekommen, es waren klare individuelle Fehler von uns und die haben uns erst in diese Zwangssituation gegen Ende des Spiels gebracht, ansonsten hatten wir das Match eigentlich dominiert“, schilderte auch Gerald Baumgartner seine Sicht der Dinge.

„Mit solchen eigenen Fehlern und dementsprechend billigen Gegentoren tust du dir halt selber sehr weh, umso beeindruckender war dann, wie wir zurückgekommen sind“, verdeutlichte Erhardt, der vor allem, wie auch sein Trainer, die Moral der Mannschaft unterstrich. „Genau an diesem Punkt sieht man die unglaubliche Moral in der Truppe, die nie aufgegeben hatte und letztlich sogar noch die Chance auf den Sieg am Kopf hatte“, freute es den SVM-Coach besonders.

Gute Einstellung zum Sport

Einer der Väter des Punktgewinns in Kärnten war sicherlich jener Mann, der noch eine Woche zuvor niemals daran gedacht hätte. Die Rede ist natürlich von Außenbahnspieler Alois Höller, der beim Gastspiel in Graz noch zur Pause ausgewechselt und anschließend im LKH Graz operiert werden musste. „Am Samstag davor hatte ich eigentlich schon gedacht, dass meine Saison beendet wäre, umso intensiver erlebte ich dieses Glücksgefühl in Wolfsberg“, schilderte der Lichtenegger.

Der bekam nämlich unter der Woche, wie auch Stefan Maierhofer eine Maske angepasst und stieg bereits ungewöhnlich früh ins Mannschaftstraining ein. „Solche Storys schreibt eben nur der Fußball“, brachte es Baumgartner auf den Punkt und war beeindruckt, dass „der Luis dieses Risiko auf sich nimmt, um dabei zu sein, doch das zeigt ganz deutlich seine Einstellung zum Sport.“

Turbulente Woche mit tollem Highlight

Nach einer knappen Stunde kam Höller ins Spiel und war auch gleich einer der Aktivposten des SVM im Spiel nach vorne. Zusammen mit Kapitän Patrick Farkas machte er auf der rechten Seite ordentlich Betrieb und war maßgeblich am späten Doppelschlag beteiligt. Erst bereitete Höller mit einem weiten Ball in die Spitze den Anschlusstreffer durch Thorsten Röcher vor, ehe er zur wenige Augenblicke später dann auch selbst zuschlug und den vielumjubelten „Siegtreffer“ erzielte.

„Für mich persönlich war es eben eine turbulente Woche, die dann noch dazu mit diesem Highlight endete“, berichtete unsere Nummer 8, die mit der ungewohnten Situation rasch umzugehen lernte. „Es war schon ein eigenartiges Gefühl, auch wenn du noch so hart trainierst, ein Match kannst du nicht simulieren, umso größer ist die Freude, dass es so gut geklappt hat“, freute sich Höller ganz besonders.

Positives Gefühl mitgenommen

Vier Punkte aus den letzten beiden Auswärtspartien können sich auf alle Fälle sehen lassen, wie auch Trainer Gerald Baumgartner bestätigt, doch was für Auswirkungen diese späten Treffer wirklich haben, verdeutlicht Mittelfeldmotor Philipp Erhardt. „Wir haben nie aufgegeben und dieses positive Erlebnis am Ende pusht dich zusätzlich, gibt dir ein wahnsinnig gutes Gefühl für die folgende Trainingswoche.“

Und das ist auch keine schlechte Sache, schließlich wartet am Samstag (16.00 Uhr) schon das nächste Schlagerspiel auf den SV BauWelt Koch Mattersburg, denn niemand geringerer als der amtierende Doublegewinner, der FC RedBull Salzburg, der auf dem besten Weg ist seine Titel zu verteidigen, gastiert bei uns im Pappelstadion. Dementsprechend gut wollen sich unsere Burschen auf diese nicht leichte Aufgabe vorbereiten.

Zusatzpunkte holen

„Wenn man alleine die Frühjahrstabelle betrachtet, dann ist das ein absolutes Topspiel, aber nicht nur aufgrund dessen, schon alleine wegen unserer guten Heimstatistik mit vier Siegen aus fünf Partien können wir mit erhobenen Hauptes in dieses Duell gehen“, schildert der SVM-Coach die Ausgangslage und verdeutlichte nochmals, dass „es wegen unserer Situation im Kampf um den Klassenerhalt eine brisante Partie wird, in der wir jedoch unbedingt Zusatzpunkte mitnehmen wollen:“

Dass die Gäste aus der Mozartstadt aber auch noch punkten müssen, um die Titelverteidigung in der Liga unter Dach und Fach zu bringen, stört den SVM-Coach keineswegs. „Rein rechnerisch gibt es da noch Möglichkeiten, doch aus einer Sicht sind sie eigentlich schon durch, das werden sie sich nicht mehr nehmen lassen. Dennoch ist es für uns einfach wichtig, dass wir eine sehr gute Leistung abrufen können, um sie zu fordern und bezwingen zu können, schließlich wollen wir in unserem Stadion feiern.“

Laufbereitschaft als großer Trumpf

Wie genau das aussehen soll, wissen seine Schützlinge ganz genau. „Im Fußball kannst du Talent nur mit Laufbereitschaft und Willem bezwingen und das wollen wir auch tun“, gibt Salzburg-Spezialist Alois Höller, der die meisten seiner Bundesliga-Treffer gegen die Bullen erzielte, die Marschroute vor. „Eine kämpferische Topleistung ist gefragt und eben einfach mehr als sie zu laufen“, verdeutlichte Kollege Philipp Erhardt.

Einer der stellvertretend für den Aufschwung unseres Teams im Frühjahr erwähnt werden kann, ist sicherlich Flügelflitzer und Tempodribbler Thorsten Röcher, der bisher an sieben der insgesamt dreizehn Treffer nach der Winterpause direkt beteiligt war und noch dazu dafür sorgte, dass der SVM in diesen Begegnungen niemals als Verlierer vom Platz ging. „Die gesamte Mannschaft hat Verlauf der letzten Wochen und Monate eine enorme Leistungssteigerung hinter sich gebracht und beweist dies Woche für Woche aufs Neue.“

Geordnete Defensive gefragt

Ein Duell dieser beiden Mannschaften gab es vor mehreren Wochen bereits in Salzburg, dort setzte sich der Meister knapp mit 1:0 durch, als wirklicher Indikator zählt diese Begegnung aber auch Sicht des SVM ohnehin nicht. „Dort konnten wir schon unter Beweis stellen, dass wir den Salzburgern enorme Probleme bereiten können“, erinnerte sich der Coach, doch Philipp Erhardt ergänzte: „Da waren wir noch nicht so lange zusammen, lag das Ziel zunächst vielmehr in der geordneten Defensive, doch nun haben wir das nötige Selbstvertrauen, um sich auch offensiv zu ärgern.“

Wie genau das gelingen soll, kann der Salzburger an der Seitenlinie des SVM verdeutlichen, denn „ich erwarte mir dieses Mal, dass wir zu mehr Chancen kommen und die hoffentlich konsequent nutzen, trotzdem soll in erster Linie hinten die Null stehen.“ Sein Schützling Alois Höller sieht die Ausgangslage viel nüchterner, denn „wir wollen ohnehin jedes Spiel gewinnen, gehen immer mit derselben Einstellung ins Spiel, was letztlich dann herauskommt, sehen wir spätestens nach dem Abpfiff.“




SV Bauwelt Koch Mattersburg – FC RedBull Salzburg
32. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 06.05.2017, 16.00 Uhr – Pappelstadion
Ref: Mag. Harald Lechner; Ass: Maximilian Kolbitsch, Dr. Andreas Witschnigg 4O: Christian-Petru Ciochirca

(04.05.2017)zurück >