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Topspiel im Pappelstadion


Serie zum Glück gerissen

Schon lange wartete der SV BauWelt Koch Mattersburg auf ein Erfolgserlebnis in der Fremde, schließlich lag der letzte Auswärtssieg, der 1:0-Erfolg in Grödig, schon mehr als ein Jahr zurück, vergingen ganze 17 Ligaspiele ohne einem Erfolg auf fremdem Platz, doch dieses Warten hatte letztes Wochenende ein Ende, schließlich konnte der SVM mit dem 2:0-Sieg in der Südstadt dieses Thema erledigen.

„Es war ein wichtiger Sieg für uns“, freute sich Trainer Gerald Baumgartner mit seinen Schützlingen, denn „es nicht nur die Punkte waren goldeswert, sondern alleine diese lange Bürde hinter sich zu lassen war für unsere Spieler schon ein befreiendes Gefühl. Wenn wir mit derselben Intensität auch in den nächsten Spielen auftreten, bin ich mir sicher, dass wir noch den einen oder anderen Sieg auswärts einfahren können aber auch müssen.“

Starke Mannschaft geschlagen

Was den Erfolg noch besonders machte, waren die Umstände. Zum einen gelang dieser Dreier bei einer Mannschaft, die noch im Frühjahr unter ihrem neuen Coach ungeschlagen waren und wenige Tage zuvor noch zwei Auswärtserfolge im Wiener Ernst Happel-Stadion gegen den FK Austria Wien feiern durfte. Außerdem schlug das Tabellenschlusslicht schon in der Nachmittagspartie den SK Rapid Wien, was nicht unbedingt geheim gehalten werden kann.

„Natürlich versuchst du dich rein auf dein eigenes Spiel zu konzentrieren und rundherum alles auszublenden, doch das ist nicht immer möglich, da bekommst du beim Aufwärmen schon etwas mit und das erzeugt dann ungewollt sicherlich auch Druck“, erläuterte etwa Alois Höller, der mit seinen Mannschaftskollegen damit aber gut umging, denn der SVM zeigte dort von Beginn an gleich eine starke Vorstellung.

Glück hart erarbeitet

„Das war ein super Auftreten in den ersten dreißig Minuten“, zeigte sich Thorsten Röcher, der ein starkes Spiel ablieferte und danach zu Recht zum „Man of the Match“ gekürt wurde, erfreut, wobei sowohl Kollege Alois Höller als auch Trainer Gerald Baumgartner grundsätzlich nichts dagegen hatten, diese starke Phase unseres Teams jedoch etwas kritischer sahen.

„Ähnlich wie schon gegen Ried konnten wir in dieser Drangphase gleich zu Beginn keinen Treffer erzielen, der wäre möglich und fast schon nötig gewesen, um danach einen ruhigeren Abend zu haben“, sagten beide unisono. Somit kamen die Admiraner kurz vor der Pause zu guten Gelegenheiten, wo unsere Mannschaft aber auch das nötige Glück hatte, etwa beim Lattentreffer von Lukas Grozurek. „Das kommt aber nicht von ungefähr, haben wir uns aber auch durch starke Leistungen, sowohl im Spiel als auch im Training, hart erarbeitet“, schilderte Alois Höller.

Spielverlauf zu Gunsten des SVM

Nach dem Seitenwechsel kam der SVM dann jedoch so richtig in Fahrt, wobei zwei Aktionen das Match in eine Richtung lenkten. „Wir wollten beim Wiederbeginn unbedingt darauf achten keinen Gegentreffer zu kassieren, mit der Gelb/Roten Karte sowie dem Führungstreffer hatten wir dann endgültig die Oberhand in diesem Match“, schilderte Coach Gerald Baumgartner die wohl entscheidenden Augenblicke des Spiels.

Da avancierte zuletzt ein Mann zum Kopfballungeheuer, von dem man es nicht unbedingt erwarten konnte. Thorsten Röcher hatte schon vor der Pause etwas Pech, dass zwei Kopfbälle von ihm knapp ihr Ziel verfehlten, der dritte landete schließlich im Kasten der Südstädter. „Die Bälle kommen sehr gut und ich habe nun schon das richtige Timing dafür“, erläuterte Röcher, der auch beim zweiten Treffer eine herrliche Vorarbeit für Patrick Bürger leistete.

Unterschiedliches Selbstvertrauen

Letztendlich war es aber bis zum Schluss keine klare Sache, obwohl der SVM von den Spielanteilen her immer dominanter wurde. „Da konnte man deutlich erkennen, dass die Admira schon mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen ins Spiel ging, acht Spiele hintereinander noch nicht verloren hatten, denn auch mit einem Mann mehr war es nicht leicht sie zu knacken und da musst du erst noch einmal treffen“, erklärte Alois Höller aus seiner Sicht.

Für Thorsten Röcher hatte es beinahe denselben Anschein, wobei dieser eher auf die eigene Mannschaft blickte. „Wir hätten durchaus auch auf den dritten Treffer gehen können, spielten jedoch sicher dieses 2:0 nach Hause, was auch ein Indiz dafür war, dass unser Selbstvertrauen auf fremden Plätzen nicht unbedingt groß war.“ Doch zum Glück wartet nun ohnehin erneut ein Heimspiel auf unsere Mannschaft.

Zuhause ungeschlagen bleiben

Am Ostersonntag (15.00 Uhr) gastiert nämlich der FK Austria Wien zum Abschluss der 29. Runde der tipico – Bundesliga bei uns im Pappelstadion und da wollen unsere Burschen erneut ihre Heimstärke unter Beweis stellen. „Wir wollten eine Heimmacht werden, dies ist uns mit fünf Siegen in ebenso vielen Spielen auch bis jetzt gut gelungen und nun wollen wir zuhause kein Spiel mehr verlieren. Darum gilt der Fokus und die volle Energie dem Heimspiel gegen die Austria“, gibt der Coach die Marschroute vor.

Die Wiener hingegen mussten in den letzten vier Partien, inklusive Cup, allesamt Niederlagen einstecken und kommen dementsprechend nicht mit dem nötigen Selbstvertrauen ins Pappelstadion. „Angeschlagene Boxer sind aber meist die gefährlichsten“, sieht Alois Höller keine leichte Aufgabe für sich und seine Kollegen zukommen. „Aber mit dem Selbstvertrauen der letzten Spiele zuhause können wir dort jeden Gegner schlagen.“

Die zwei Gesichter der Austria

Jetzt heißt es nur diese Leistung erneut abzurufen, wobei die Veilchen nur schwer einzuschätzen sind. „Das ist eine Mannschaft mit zwei Gesichtern, das konnten wir nicht zuletzt beim Cup-Spiel live vor Ort beobachten, denn erste und zweite Halbzeit unterschieden sich dermaßen. Ansonsten ist das aber eine sehr spielstarke Truppe, die vor allem mit Raphael Holzhauser einen überragenden Mann im zentralen Mittelfeld haben“, analysierte Gerald Baumgartner.

Der Ex-Austria-Coach erwartet deshalb ein interessantes Spiel, denn auch seine Mannschaft geht voll motiviert und dem Wissen um ihre eigenen Stärken in diese Begegnung. „Zwar haben sie schnelle Offensivleute, die für viel Unruhe sorgen können, doch wir konnten bei ihnen auch schon die eine oder andere Schwäche erkennen. Bringen wir von Beginn weg unsere Taktik, Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten an den Tag, dann sind wir nur schwer zu schlagen und können drei Punkte holen, was unser klares Ziel ist.“

Für Spannung ist garantiert

Dass der Trainer unserer Mannschaft nach den jüngsten Erfolgen auf die Euphoriebremse steigen muss, um seine Spieler wieder fokussiert auf den Boden zu bringen, das kann Gerald Baumgartner nicht bestätigen. „Klar, am liebsten würde ich meiner Mannschaft sagen, dass sie ein super Frühjahr spielt, doch die Tabelle gibt uns nicht die Möglichkeit dazu, vor allem wenn alle rings um uns herum auch punkten, vielmehr müssen wir noch ein paar Prozent zulegen.“

Was am Ende entscheiden könnte sind vielleicht die Standardsituationen, die Veilchen führen dort die Tabelle der erzielten Treffer mit 22 an, doch auch der SVM konnte bislang in der Saison eine Quote von 50% erzielen. „Sie machen das um den 16er gut, holen viele Fouls heraus und treten die Freistöße stark, doch auch wir sind beim Verhindern solcher hohen Bälle in den Strafraum sehr stark, von da her kann es noch ganz spannend werden“, prophezeit Baumgartner.

Stimmung als wichtiger Erfolgs-Faktor

Ein wichtiger Faktor wird auch das Publikum sein. Der SV BauWelt Koch Mattersburg hat sich dahingehend wieder etwas einfallen lassen, nämlich gibt es erneut die Karten- und Getränkeaktion > im Stadion, was hoffentlich für eine tolle Kulisse sorgen wird. „Der 12. Mann ist extrem wichtig, das hat man zuletzt gegen Ried gesehen, wo wir 0:1 zurücklagen und durch die Anfeuerungsrufe noch die zweite Luft bekamen sowie das Spiel noch drehen konnten“, freuen sich Alois Höller und Kollegen über jeden einzelnen Fan.

Am Ende wollen an diesem Ostersonntag auch die Eier richtig verteilt werden und da möchte der SVM es sein, der diese verteilt. „Wir wollen auf alle Fälle in unserem Nest keine violetten Eier haben und werden alles daran setzen, im violetten Nest so viele grüne Eier, wie nur möglich zu legen“, wünscht sich Gerald Baumgartner. Einem spannenden und hoffentlich auch erfolgreichen Nachmittag im Pappelstadion steht also nicht mehr im Wege.




SV Bauwelt Koch Mattersburg – FK Austria Wien
29. Runde der tipico-Bundesliga
Sonntag, 16.04.2017, 15.00 Uhr – Pappelstadion
Ref: Rene Eisner; Ass: Robert Steinacher, Gerald Bauernfeind 4O: Andreas Kollegger

(13.04.2017)zurück >