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Was gelingt in der Südstadt?


Hochspannung bis zum Schluss

So mancher Literaturkritiker hätte am vergangenen Samstag wohl seine Freude im Pappelstadion gehabt, sah er doch auf dem grünen Rasen einen spannenden Krimi in zwei Akten, denn das Duell zum Abschluss des dritten Saisonviertels zwischen unserem SV BauWelt Koch Mattersburg und den Oberösterreichern von der SV Guntamatic Ried war nichts für schwache Nerven.

„Von der Charakteristik des Spiels war alles dabei, was man im Fußball nur erleben kann“, analysierte SVM-Coach Gerald Baumgartner, der ein Spiel sah, wo „wir zunächst in starken dreißig Minuten es verabsäumten die Rieder KO zu schlagen, die sich dann in die Pause retteten und kurz danach mit der ersten Chance aus dem Nichts durch einen herrlichen Treffer in Führung gingen.“

Vier Mal Aluminium

Doch auch die Gäste aus dem Innviertel machten es nicht besser, konnten die Phase der Niedergeschlagenheit nicht nutzen. „Da haben wir einige Minuten gebraucht, bis wir uns von diesem Schock wieder erfangen konnten“, brachte es Innenverteidiger Thorsten Mahrer auf dem Punkt. Der war zwar noch am Rieder Angreifer dran, konnte den Gegentreffer aber nicht mehr verhindern. „Ich dachte schon, dass ich noch ran komme, doch er war eben um einen Tick schneller am Ball, es war aber auch schwer zu verteidigen.“

Da auch die Oberösterreicher den Sack nicht zumachten, zwar mit Stefan Nutz, wie auch schon Nedeljko Malic in der ersten Spielminute und Jano Mitte der zweiten Spielhälfte, zwei Mal Aluminium trafen, doch den zweiten Treffer nicht erzielen konnten, war auch der SVM immer noch im Spiel. „Durch den Kampf hatten wir wieder zurück ins Spiel gefunden und konnten es Gott sei Dank noch für uns entscheiden“, freute sich Thorsten Mahrer, der dabei keine unwesentliche Rolle spielte.

Robustheit in der Spitze gefragt

Während die SVM-Kicker versuchten ihr Tief zu überwinden, wurde abseits des Spielfeldes Überlegungen angestellt, wie der Mannschaft geholfen werden kann. „Dies hat ein wenig gedauert, denn der Gegentreffer hat uns schon aus dem Konzept gebracht. Du breitest dir vor einem Spiel mögliche Szenarien für Wechsel aus, auch für den Worst Case, doch vieles war dann nicht mehr so, wie geplant“, erläuterte der Trainer, der dann auch zu einer ungewöhnlichen Maßnahme griff.

„Ich habe noch selten zwei gute Spieler vom Feld genommen, wie es am Samstag mit Michael Perlak und David Atanga war, und merkte auch das Raunen aus dem Publikum. Wir wollten aber eher auf lange Bälle bzw. Robustheit in der Spitze sorgen und haben dafür die spielerische Raffinesse geopfert, was sich im Endeffekt auch als richtig herausgestellt hat. Denn wir haben uns diesen wichtigen Erfolg mit Willen, Einsatz und letztem Tropfen Power erzwungen“, erklärte Baumgartner sein Vorgehen.

Unbedingter Siegeswille

Einer der Profiteure aus dieser Überlegung war sicherlich der eingewechselte Patrick Bürger, der in den letzten knapp mehr als zwanzig Minuten an und im gegnerischen Strafraum viel Dampf machte und so die Wende in diesem Match maßgeblich mit herbeiführte. „Ich bin reingekommen, wollte der Mannschaft in dieser schwierigen Phase helfen und das denke ich, ist mir auch gut gelungen“, sah es der Bad Tatzmannsdorfer wie fast alle SVM-Anhänger, die ihn anschließend auch zu Recht zum Votingsieger kührten.

Schließlich konnte sich auch die Bilanz seines Kurzauftrittes sehen lassen, denn unsere Nummer 33 gab in der Schlussphase die meisten Torschüsse eines SVM-Spielers, nämlich fünf an der Zahl, ab. „Als wir uns die ersten Chancen erarbeiteten ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, als dann auch noch das Publikum lautstark unterstützte, merkte man den unbedingten Siegeswillen“, der sich noch auszahlen sollte, wie auch Bürger selbst emotional erleben durfte, wenn auch ein gehörige Portion Glück dabei war.

Stärkerer „Akku“ als wichtiger Faktor

„Das haben wir uns aber hart erarbeitet“, schilderte Trainer Gerald Baumgartner, der von seiner Position aus sah, wie ein Jano-Freistoss von Patrick Bürger zum Ausgleich abgelenkt wurde, beim Siegestreffer konnte der abermals seinen Torriecher zur Schau stellen, ohne die Vorarbeit des mit aufgerückten Innenverteidigers Thorsten Mahrer wäre der aber nicht möglich gewesen. „Ich dachte schon die Situation wäre vorbei, denn die Rieder hatten vermeintlich den Ball sicher. Dann kommt die Kugel genau vor meine Beine, ich richte ihn noch einmal her, versuche das Leder gut zu treffen, was auch gelang.“

Der Ball konnte zwar von Reuf Durakovic, dem starken Vertreter von Stammgoalie Thomas Gebauer, pariert werden, doch der Bad Tatzmannsdorfer war volley zur Stelle und fixierte mit seinem Doppelpack den vierten Heimsieg in Folge. „Wir konnten in der Schlussphase einfach ein, zwei Prozent mehr heraus holen, was entscheidend war und mir als Trainer ganz klar zeigt, dass wir noch zulegen können. Die Power war ein wichtiger Faktor, wir gaben Vollgas während so mancher Rieder schon Krämpfe hatte“, freute es den Coach, dass die Trainingsarbeit Früchte trägt.

Eindrücke vor Ort gesammelt

Nach diesem besonderen, weil auch extrem wichtigen, Heimerfolg gegen das Tabellenschlusslicht geht es für den SV BauWelt Koch Mattersburg am kommenden Samstag (18.30 Uhr) mit dem nächsten Auswärtsspiel weiter. Dazu gastiert unsere Mannschaft im Süden Wiens, genauer gesagt in der Südstadt, beim aktuellen Tabellenfünften, dem FC Flyeralarm Admira.

Dort wartet auf unsere Burschen keine leichte Aufgabe, wie sich der Coach auch selbst unter der Woche ein Bild machen konnte. „Ich habe mir das Cup-Duell bei der Wiener Austria live vor Ort angesehen und habe dort, vor allem im ersten Durchgang, eine sehr starke Admira gesehen“, zeigte sich Gerald Baumgartner vom zweiten Auswärtserfolg der Niederösterreicher im Ernst Happel Stadion innerhalb weniger Tage durchhaus beeindruckt.

Gute Entwicklung durchgemacht

Den Grund kennt der erfahrene Trainer auch, denn die Admiraner konnten sich in den letzten Jahren gut entwickeln. „Das ganze Paket Admira ist in den vergangenen Jahren gut gewachsen. Sie konnten sogenannte Top-Talente verpflichten, die irgendwo, sei es bei Großklubs oder im Ausland, in ihrer Entwicklung stecken geblieben sind, verpflichten und sogar international so manche Erfahrung sammeln. Nun haben sie eine junge, bissige und vor allem spielstarke Mannschaft, in der sich jeder reinhaut.“

Dem Cupspiel als zusätzliche Belastung unter der Woche möchte er hingegen keine zu große Bedeutung beiwohnen. „Für mich als Cupsieger ist dieser Bewerb eine super Sache, außerdem erwarte ich von einem Profifußballer, dass er in der Lage ist drei Mal in der Woche seine beste Leistung abzurufen. Von da her erwarte ich, trotz dieses zusätzlichen Spiels, eine physisch starke Admira, die uns alles abverlangen wird.“

Mit gutem Auftreten alles möglich

In der Südstadt bietet sich nun die nächste Möglichkeit das Punktekonto weiterhin zu erhöhen, wobei vor allem auswärts Nachholbedarf bestünde. „Wir können dieses sogar verdoppeln“, weiß Thorsten Mahrer, denn mit einem Sieg hätte der SVM auswärts sechs statt bisher drei Zähler geholt. Dies ist auch das große Ziel des Teams. „Wir fahren dort hin, um einen Dreier zu holen, es wird sicherlich nicht leicht werden, die Admira ist im Moment stark, doch wir werden uns einen Plan zu Recht legen und den durchziehen“, ist sich Patrick Bürger sicher.

Ihr Trainer sieht das ähnlich, spricht von einer interessanten Aufgabe, in der jedoch auch alles drinnen ist. „Was die Bundesliga so spannend macht, ist die Tatsache, dass Jeder Jeden schlagen kann. Natürlich ist es in manchen Partien schwerer, auch jetzt wartet keine leichte Aufgabe, doch wir haben einige drauf und wollen uns dementsprechend dort präsentieren. Wir lassen uns sicherlich etwas einfallen, fahren hin, um zu punkten und können dies an einem guten Tag mit engagiertem Auftreten sogar dreifach machen“, ist sich Gerald Baumgartner sicher.




FC Flyeralarm Admira - SV Bauwelt Koch Mattersburg
28. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 08.04.2017, 18.30 Uhr – BSFZ-Arena, Südstadt
Ref: Mag. Oliver Drachta; Ass: Mag. (FH) Stefan Kühr, Clemens Schüttengruber 4O: Dieter Muckenhammer

(06.04.2017)zurück >