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Kann der SVM in Hütteldorf anschreiben?


Effektivität entschied

Mit drei Siegen im heimischen Pappelstadion fällt die Frühjahrsbilanz des SV BauWelt Koch Mattersburg sehr positiv aus, denn die maximale Punktanzahl konnte eingefahren werden. Auswärts hingegen wollte es bislang noch nicht so sehr klappen, denn nach dem ersten Auftritt in der Fremde, der knappen 0:1-Niederlage beim Doublegewinner in Salzburg, musste sich unsere Mannschaft auch beim Gastspiel in Vorarlberg geschlagen geben.

Das 0:3 in Altach sieht auf den ersten Blick jedoch deutlicher aus, als es im Endeffekt war. „Es war schon eine eigenartige Partie“, erinnerte sich SVM-Schlussmann Markus Kuster ungern an den letzten Samstag zurück. „wir hatten zwar mehr Ballbesitz, doch die Altacher waren einfach die effektivere Mannschaft, sie nutzten ihre Möglichkeiten eiskalt aus und wir eben nicht“, brachte es unsere Nummer 21 auf den Punkt.

„Wusste nicht, wo ich hin soll“

Damit lag der Mann aus Pama auch nicht falsch, denn die Vorarlberger fackelten nicht lange, was das Verwerten ihrer Torchancen betraf. „Mit dem ersten Schuss gingen sie in Führung, mit dem zweiten erhöhten sie und dann ist es extrem schwierig gegen eine sehr tief stehende und auf Konter lauernde Mannschaft durchzukommen“, spielte aus der Sicht von Trainer Gerald Baumgartner der Spielverlauf den Hausherren in die Karten.

Einer, der das am eigenen Leib verspüren musste, war Flügelspieler Thorsten Röcher. „Die haben es hinten extrem eng gemacht, ich wusste oft gar nicht, wo ich hinsollte, da war einfach kein Platz“, schilderte der Außenbahnspieler seine Sicht der Dinge. „Wir probierten zwar alles, hatten auch viel Ballbesitz, doch uns fehlten einfach die zündenden Ideen, um diesen massiven Abwehrriegel zu knacken“, zeigte sich Röcher dennoch selbstkritisch.

Ebenbürtig und trotzdem klar verloren

Wäre dem SVM jedoch noch vor der Pause zumindest der Anschlusstreffer gelungen, die Partie hätte vermutlich im zweiten Durchgang noch einmal kräftig an Fahrt aufgenommen. „Mit dem Lattentreffer von Thorsten Röcher waren wir schon knapp dran, hätten auf 1:2 herankommen und durch die 1000%-tige Möglichkeit von Jano sogar mit einem Remis in die Halbzeit gehen können“, trauerte Trainer Gerald Baumgartner schon ein wenig diesen tollen Möglichkeiten nach.

Doch nicht nur an der Seitenlinie wurde kräftig mitgelitten, vor dem Bildschirm war die Nervosität viel, viel größer. „Ich war auch alle Fälle nervöser als wenn ich am Platz dabei gewesen wäre“, erläuterte der gesperrte Alois Höller, der vor allem die Art und Weise der Niederlage extrem bitter fand. „Wenn du mit viel Hoffnung in die Partie gehst, als ebenbürtige Mannschaft durchaus etwas mitnehmen kannst und dann eigentlich so dumm verlierst, tut das schon sehr weh“, schilderte der Lichtenegger weiter.

Nicht konsequent genug

Für seinen Coach war die Leistung an und für sich nicht so schlecht, doch der Matchplan musste schon nach wenigen Minuten verworfen werden. „Altach führt nach einer Viertelstunde mit 2:0, steht anschließend mit Mann und Maus hinten drinnen und verlagerte sich aufs Kontern. Das wäre eigentlich unser Plan gewesen, lange die Null zu halten und Nadelstiche zu setzen, aber da machte uns der Verlauf der Partie einen Strich durch die Rechnung“, analysierte der SVM-Cheftrainer, der die spielerische Komponente lobte.

„Darauf können wir aufbauen, doch in so manchen Situation sind wir in alte Muster zurückgefallen, waren nicht konsequent genug und das bestraft eine gute Mannschaft sofort mit Toren“, sprach Baumgartner das Verhalten seiner Schützlinge vor den Gegentreffern an. „Da haben wir im Vergleich zu den Heimspielen noch gehörigen Nachholbedarf“, erläuterte der gebürtige Salzburger, wo er die Hebel ansetzen möchte.

Besondere Ehre als Ansporn

Einer hatte nach dem 0:3 in Altach unter der Woche dennoch Grund zur Freude, schließlich wurde Schlussmann Markus Kuster von Teamchef Marcel Koller auf die Liste der abrufbereiten Spieler für die beiden anstehenden Länderspiele gegen Moldawien und Finnland gesetzt. Für den jungen SVM-Goalie eine riesige Sache, die ihn vor allem sehr stolz machte, was man ihm alleine am Gesichtsausdruck ablesen konnte, wenn er darüber sprach.

„Ich hatte schon bei der U21 das Vergnügen den Adler auf der Brust zu tragen bzw. die Hymne am Spielfeld zu hören. Das ist etwas ganz besonderes, doch nun im Kreis der Nationalmannschaft aufzutauchen ist da noch einmal eine Steigerung und für mich ein weiterer Schritt nach vorne, doch ich bin noch lange nicht am Ziel“, sieht der Nordburgenländer diese überraschende Nominierung sowohl als Bestätigung sowie Ansporn, weiter Gas zu geben.

Unerschrockenes Auftreten gefragt

Das möchte der SVM-Schlussmann, wie auch seine restlichen Kollegen, schon beim kommenden Auswärtsspiel am Samstag (16.00 Uhr) zeigen, wenn unser Team im neuen Allianzstadion von Rekordmeister SK Rapid Wien gastiert. Im Westen der Bundeshauptstadt wartet ein nicht unbedingt vor Selbstvertrauen strotzender Gegner, doch unser Cheftrainer sieht darin keinen wirklichen Vorteil, sondern wünscht sich vielmehr noch aufmerksamere Schützlinge.

„Angeschlagene Gegner sind meist die gefährlicheren. Wir wollen sie auf gar keinen Fall wieder auf die richtige Spur zurückführen, sondern all unsere Tugenden, die uns vor allem in den Heimspielen stark machten, in diese Begegnung hineinwerfen. Schließlich ist Rapid immer noch Rapid, egal wie sie im Moment drauf sind und das erfordert von uns ein unerschrockenes Auftreten“, spricht der Coach auch die besondere Atmosphäre dort an.

Präsenz von Anfang an

Das Allianz-Stadion wird sicherlich wieder gut gefüllt sein, die Fans, darunter auch ein voller SVM-Fanbus, werden wieder für tolle Stimmung sorgen, doch das strebt ohnehin ein jeder Fußballer an. „Solche Spiele beflügeln dich, doch wenn du nicht gut ins Spiel findest, kann es auch das Gegenteil bewirken. Deshalb heißt es von Beginn weg präsent sein, das Spielfeld eng machen, die Rapidler vom eigenen Tor fernhalten und nach vorne Akzente setzen“, wünscht sich Gerald Baumgartner ein engagiertes Auftreten.

Seine Schützlinge sehen dies ähnlich, freuen sich schon auf dieses Spiel. „Dafür lebst du als Profifußballer, um bei diesen Spielen vor solch einer Kulisse auflaufen zu dürfen“, sieht es Markus Kuster ähnlich wie Kollege Alois Höller, der es noch dazu schade findet, dass es nur zwei Mal im Jahr vorkommt, denn „das hätte ich gerne öfter, deshalb heißt es für uns dieses Gefühl aufzusaugen, zu genießen, aber auch in Leistung bzw. positive Energie zu verwandeln.“

Die Hebel angesetzt

Wie es letztlich gehen soll, darüber weiß Gerald Baumgartner bestens Bescheid, nämlich ein Mix aus den letzten beiden Auftritten in der Fremde. „Wenn wir die defensive Stabilität aus Salzburg mit der spielerischen Komponente aus Altach kombinieren können, dann bin ich sehr positiv gestimmt“, erläuterte der SVM-Coach, der weiter präzisierte: „Aus einer kompakten Defensive heraus guten Fußball spielen, mit 100% in die Zweikämpfe gehen und wenn das nicht reichen sollte eben auf 110% erhöhen.“

Die Tugenden der Heimspiele, nämlich vor allem Leidenschaft und auch Laufbereitschaft sind wieder die Schlüssel zu einem positiven Ausgang. „Ich hoffe, wir haben unsere individuellen Fehler schon in Altach gemacht und haben daraus gelernt. Jedenfalls wussten wir, wo die Hebel anzusetzen waren, haben dies auch im Trainingsbetrieb auf dem Platz und in diversen Besprechungen dementsprechend umgesetzt, nun heißt es auch die Früchte daraus zu ernten, denn wir haben es definitiv drauf“, weiß der Trainer.

„Hat mir schon weh getan“

Ein SVM-Spieler hat mit dem Allianz-Stadion aber noch eine ganz persönliche Rechnung offen, nämlich Flügelflitzer Thorsten Röcher. Dem wurde beim letzten Gastspiel im Herbst nämlich ein regulärer Treffer zu Unrecht aberkannt. „Das hat mir damals schon sehr weh getan, schließlich wäre es ein wunderschöner und vor allem nicht unwichtiger Führungstreffer gewesen“, hat es unsere Nummer 27 mittlerweile schon abgehakt, trotzdem noch nicht ganz aus seiner Erinnerung gelöscht.

„Wenn ich dieses Mal treffen würde, wäre es hingegen umso schöner“, möchte Röcher, der in den letzten Auswärtspartien immer knapp dran war, alles dafür geben und hat auch das passende Rezept parat. „Wir müssen einfach so auftreten, wie in den letzten Heimspielen. Jeder soll sehen, dass da vom Anpfiff weg eine Mattersburger Mannschaft am Platz steht, die unbedingt punkten will“, wünscht sich der Niederösterreicher eine dementsprechende Körpersprache von sich und seinen Kollegen, denn „wir müssen gleich aktiv sein, dürfen auf keinen Fall abwarten.“

Ehrlicher Fußballer, der alles gibt

Am Samstag kommt es möglicherweise auch zum erstmaligen Auftritt von Stefan Maierhofer in der neuen Heimat seines Ex-Vereines und der Major ließ sich schon im Vorfeld zu einem Kommentar zu seinen Nachfolgern hinreißen, die zwar beim aktuellen Rapid-Coach Damir Canadi für etwas Unverständnis sorgte, für Gerald Baumgartner aber keine große Rolle spielt, viel mehr wünscht sich der SVM-Coach für ihn nur die nötige Anerkennung.

„Der Major hat nur seine ehrliche Meinung abgegeben und das denke ich wird man ihm dort nicht sehr übel nehmen. Schließlich hat er in seiner Zeit beim SK Rapid 1000% Leistung gebracht, alles für den Verein gegeben und noch dazu eine schöne Ablösesumme beim Gang ins Ausland eingespült. Stefan Maierhofer hat es sich auf alle Fälle verdient, dass die Rapidler stolz auf ihn und seine erbrachten Leistungen sind.“




SK Rapid Wien - SV Bauwelt Koch Mattersburg
26. Runde der tipico-Bundesliga
Samstag, 18.03.2017, 16.00 Uhr – Allianz-Stadion, Wien-Hütteldorf
Ref: Rene Eisner; Ass: Robert Steinacher, Mag. Andreas Rothmann 4O: Mag. Markus Hameter


(16.03.2017)zurück >