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Lukas Rath qualifizierte sich mit dem ÖFB-U19-Team für die Endrunde in Frankreich, bei der man als Gruppendritter immerhin noch das U20-WM-Ticket löste.

Der 18jährige Windener erzählt uns im aktuellen Interview aber nicht nur von seinen Erfahrungen im Heraf-Team, sondern auch davon, wie es ist, sein Gesicht auf großen Plakatwänden zu sehen. Außerdem analysiert der Blondschopf als bisher "Unbeteiligter" den Ligastart des SVM und nennt uns seine Ziele für die nähere Zukunft ...

Lukas, du kommst gerade von der U19-EM retour. Erzähle uns bitte von deinen Eindrücken ...

"Nach den Spielen in der Elitequalifikation, wo wir gegen Favorit Serbien und Dänemark in einem spannenden Spielverlauf gewonnen haben, glaubten wir fest daran, auch in der Endrunde gut abschneiden zu können – da wir auch sehr viel Qualität in der Mannschaft haben.

Leider war ich während der Gruppenspiele nicht ganz fit und konnte daher auch nicht gegen England von Beginn an spielen. Von der Bank aus habe ich gesehen, dass wir die spielerisch bessere Mannschaft waren. Die Gegentore waren mehr als unglücklich, England spielte nur hohe Bälle. Nach meiner Einwechslung haben wir leider nur noch das 2:3 erzielen können.

Beim zweiten Spiel waren wir etwas defensiver eingestellt und haben 60 Minuten lang gut mitgespielt. Gegen Frankreich hatten wir Chancen, um in Führung zu gehen oder auszugleichen. Leider sind wir dann eingebrochen. Nach dem 0:5 war die Stimmung dann nicht mehr so gut – Trainer Andi Heraf hat mit uns gesprochen, uns aufgerichtet und wir glaubten immer noch an unsere Chance, aufzusteigen oder zumindest zur WM zu fahren.

Die Niederlande präsentierte sich im letzten Gruppenspiel als guter, aber nicht zu starker Gegner. Mit dem 1:0-Sieg haben wir das Ziel erreicht, uns für die U20-WM in Kolumbien zu qualifizieren. Wir können damit zufrieden sein und stehen nicht mit leeren Händen da."

Wie gefällt es dir im ÖFB-Team generell, wie läuft die Arbeit mit Andi Heraf?

"Er ist ein sehr guter Trainer, der es versteht, die richtige Mischung zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit bei der Arbeit zu wählen. Das taugt, glaube ich, jedem in der jungen Truppe."

Jetzt bist du zurück und 'dein SVM' hat seine beiden Auftaktspiele verloren. Wie analysiert du die Situation?

"Das Austriaspiel habe ich mir im Teamquartier in der Zusammenfassung angeschaut. Und ich glaube, dass wir dort auch einen Punkt machen hätten können. Das 0:1 war natürlich eine Katastrophe und ich weiß nicht, was der Assistent da angezeigt hat.

Dass wir das erste Heimspiel verloren haben, war natürlich nicht ideal. Aber davon geht die Welt nicht unter. Rapid geht es genauso. Nach zwei Spielen kann man, meine ich, noch gar nichts über den weiteren Saisonverlauf sagen. Und ich bemerke jetzt auch keine Niedergeschlagenheit deswegen im Team.

Mein Eindruck, als ich zurückgekommen bin, war, dass die Stimmung sehr gut ist und jeder im Training hart arbeitet. Nun müssen wir es auch im Match umsetzen."

Das nächste Match ist das Spiel in Kapfenberg. Was ist dort möglich?

"Es wird nicht einfach werden, das hat bereits Salzburg im ersten Spiel erkennen müssen. Trotzdem ist alles drin, immerhin haben wir dort auch schon gewonnen. Wenn ich aufgestellt werde, brenne ich darauf, mein Bestes zu geben und mitzuhelfen, hinten die Null zu halten - sodass es mit dem ersten Saisonsieg klappt."

Du bist derzeit als Vertreter des Nordburgenlandes gemeinsam mit "Teamküken" Christian Gartner auf einem Plakat zu sehen. Wie fühlt man sich, wenn man sich selbst darauf sieht?

"Ich war ja mit dem Team unterwegs, daher habe ich es zuerst gesehen, als es mir meine Freundin via Handy geschickt hat. Mittlerweile sehe ich es, wenn ich nach Mattersburg zum Training fahre, gleich dreimal am Weg.

Zu wissen, dass man auf einem Plakat abgebildet ist, das so viele Menschen sehen können, ist es komisches Gefühl – aber gleichzeitig auch ein leiwandes!

In Winden freuen sich alle, dass es ein Spieler aus dem Ort und der Region geschafft hat, mit dem SVM in der Bundesliga zu spielen. Da werde ich schon des öfteren angesprochen und erhalte positive Reaktionen."

Jung. Hungrig. Kämpferisch. Burgenländisch. Diese - unsere - Werte werden durch die Kampagne transportiert. Wie sehr identifizierst du dich selbst mit ihnen?

"Hundertprozentig! Wir sind hungrig, weil wir Jungen, die am Anfang ihrer Karrieren stehen, zeigen wollen, was wir können. Wir kämpfen, wir hauen uns rein und geben alles für den Erfolg. Dass so viele Spieler aus der Region kommen, ist ein Beweis dafür, dass im Nachwuchsbereich sehr gut gearbeitet wird. Da darf man sich schon darauf freuen, was von der Akademie nachkommt. Ich bin sehr stolz, als Spieler das Burgenland in der Bundesliga vertreten zu können."

Mit 18 Jahren hast du bereits 26 Bundesligaeinsätze hinter dich bringen können. Welche Ziele verfolgst du für die nahe Zukunft?

"Ich werde alles dafür tun, mich für noch mehr Einsätze zu empfehlen. Ich weiß, dass ich mich noch steigern kann und möchte weiter an mir arbeiten. Hoffentlich bleibe ich verletzungsfrei.

Wenn ich in der Liga so viele Spiele wie möglich absolvieren kann, würde ich mich freuen, wenn ich auch zur U20-WM nach Kolumbien mitgenommen werde. Das wäre mein nächstes großes Ziel."

Dafür wünschen wir alles Gute!
 



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