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"Platz sechs ist Erfolg für den SVM"

Hände hoch! Der SVM kann sich über ein respektables Ergebnis freuen!

Zuhause war der SVM oft "obenauf"

Über das Auftreten in gewissen Auswärtsspielen konnte man diskutieren

Trotzdem war ein möglicher Abstieg bald kein Thema mehr

Am Ende kann der Coach mit dem Spieljahr zufrieden sein

Franz Lederer, wie kann man das Spieljahr 2009/2010 beurteilen?

"Wenn man vorab die Analyse vieler Experten oder des einen oder anderen Fans heranzieht, waren wir vor der Saison zumindest Abstiegskandidat, wenn nicht Fixabsteiger. Wenn man dann die Saison dann auf Platz sechs beenden darf, dann ist das sicher ein Erfolg für den SVM.

Wir haben Ried hinter uns gelassen, die in Vorjahren immer vor uns lagen. Auch der LASK, der mit seinen finanziellen Möglichkeiten vor uns zu reihen ist, liegt hinter uns. Von daher ist der sechste Platz sehr beachtlich, wenn man zudem bedenkt, dass wir im Frühjahr auch einiges ausprobiert haben."

Welchen Erfolg hatten diese "Experimente"?

"Junge Spieler spielten in verschiedensten Zusammenstellungen - kaum spielten wir zweimal hintereinander mit derselben Aufstellung, weil wir uns immer etwas anschauen wollten. Trotz allem holten wir im Frühjahr achtzehn Punkte und die Jungen haben gezeigt, dass sie für die Zukunft mehr als brauchbare Spieler sind.

Ich möchte aber nicht nur die so genannten Youngsters loben, denn auch die Routiniers haben sich vorbildlich verhalten. Spieler wie Goce Sedloski, Markus Schmidt oder Thomas Wagner waren früher gesetzt, jetzt haben sie Spiele oft nur von heraußen gesehen und mussten die Jungen vorlassen. Sie haben diese Situation, mit der sie konfrontiert waren, gemeistert."

Gibt es Spieler, die überraschten oder durch Besonderes hervorstachen?

"Grundsätzlich möchte ich niemanden extra hervorheben oder jemanden vergessen. Aber wenn man zwei Namen betonen möchte, dann jene, die über den 'zweiten Bildungsweg' zu uns gekommen sind. Das sind Peter Chrappan und Alois Höller. Diese beiden waren zuvor nicht im Bundesligakader und kannten daher nicht das, was andere schon erlebt hatten.

Bei Peter Chrappan kann man wirklich sagen, dass er es geschafft hat. Er spielte bei jeder Möglichkeit. Und Alois Höller setzte in den letzten drei Spielen ein dickes Ausrufezeichen hinter seinen Namen.

Sie sind die jüngsten Beispiele dafür, wie der Sprung von den Amateuren zu den Profis gelingt und dass man bei den Amateuren eigentlich nie davon ausgehen kann, dass man rein für die Regionalliga geholt wurde."

Welche Besonderheit kommt dem Bundesliga-Kurzdebüt von Christian Gartner im Alter von 16 Jahren und 41 Tagen zu?

"Das ist ein Hinweis auf unseren eingeschlagenen Weg. Auch, wenn der Einsatz im letzten Heimspiel praktisch nur für die Statistik relevant war, so war es für Christian etwas Besonderes, vor 13.400 Zuschauern auf das Feld zu laufen – für ihn und jeden Jugendlichen ist es ein Fingerzeig und ein Ansporn dafür, Gas zu geben und bei allem Talent auch willig weiterzuarbeiten. So kann man es beim SV Mattersburg in die Bundesliga schaffen."

In der Saisonnachbetrachtung möchten wir auch Zahlen und Fakten besprechen. Was sagen zwölf Siege, fünf Unentschieden und neunzehn Niederlagen aus?

"Diese Resultate zeigen, dass wir – mit Ausnahme der Salzburgklatsche - im Pappelstadion gegen jeden Gegner mithalten können. Sie zeigen auch, dass wir dieses Gesicht und diese Einstellung – bei all unserer jugendlichen Unbekümmertheit – auch auswärts an den Tag legen müssen.

Neunzehn Niederlagen sind sehr viel, zu viel. Da wäre wohl auch das eine oder andere Unentschieden machbar gewesen. Sicherlicht hat das auch etwas mit mangelnder Erfahrung zu tun. Woran wir ganz hart arbeiten müssen, sind die Gegentore. Mit den zweitmeisten Gegentreffern kannst du nie und nimmer zufrieden sein."

Wie kommt es, dass man trotzdem eine so gute Platzierung herausholen konnte?

"Weil wir die Gegner, die hinter uns liegen, geschlagen haben. Gegen die, die du besiegen musstest, haben wir auch gewonnen."

... das klingt nach einem einfachen Rezept ...

"Das stimmt. Mir wäre aber noch lieber, wenn wir gegen die so genannten 'großen Vereine' noch mehr Punkte erzielt hätten. Dann hätten wir eine noch bessere Bilanz!"

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(15.05.2010)zurück >